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Geheimnis um Verräter von Anne Frank wohl gelöst

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Von: Lukas Zigo

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Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der wichtigsten Zeitzeugnisse der Nazi-Diktatur. Ermittler haben nun neue Erkenntnisse zum Verrat an der Familie Frank veröffentlicht.

Amsterdam – Das in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht gelegene Versteck der Familie Frank ist heute ein Museum. Dort verfasste die junge Anne Frank eines der wichtigsten Zeitzeugnisse der Nazi-Diktatur. Nach neuen Untersuchungen ist Familie Frank sehr wahrscheinlich von einem jüdischen Notar an die Nationalsozialisten verraten worden. Dieses Ergebnis eines Untersuchungsteams wurde in niederländischen Medien am Montag (17.01.2022) präsentiert.

Der Notar Arnold van den Bergh hatte den deutschen Besatzern demnach eine Liste mit Verstecken von Juden in Amsterdam übergeben, um das Leben seiner eigenen Familie zu retten. Ein internationales Team von Ermittlern hatte den Fall fünf Jahre lang mit den neuesten Techniken untersucht.

Ein Foto von sich, das Anne Frank ihrem Tagebuch beilegte.
Ein Foto von sich, das Anne Frank ihrem Tagebuch beilegte. © via www.imago-images.de

Versteck verraten – Familie Frank wird in Konzentrationslager deportiert und ermordet

Eine Kopie eines anonymen Briefes, den Annes Vater Otto Frank 1946 bekommen hatte, gilt als Hauptbeweis. Der Name des Notars wird darin bereits genannt. Zwar ist das Original des Briefes verschwunden, im Amsterdamer Stadtarchiv war jedoch eine Kopie gefunden worden. Nach Angaben der Ermittler:innen war die Spur bisher nie ausführlich untersucht worden.

Gemeinsam mit vier weiteren Menschen war die jüdische Familie Frank von 1642 bis 1944 in einem Hinterhaus in Amsterdam untergetaucht. Dort schrieb Anne (1929 - 1945) ihr weltberühmtes Tagebuch. Das Versteck wurde im August 1944 verraten. Die Familie wurde in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Einzig Vater Otto überlebte.

FBI-Ermittler: „Unsere Theorie hat (…) eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 85 Prozent“

Der Notar war als Mitglied des Jüdischen Rates zunächst vor Deportationen geschützt und hatte viele Kontakte. Als jedoch 1944 dieser Schutz wegfiel, soll er in seiner Verzweiflung die Verstecke verraten haben, um seine Frau, seine drei Töchter und sich selbst zu retten.

Es könne 77 Jahre nach Kriegsende keine absolute Gewissheit geben, sagte der ehemalige Ermittler des amerikanischen FBI, Vince Pankoke, der maßgeblich an der Untersuchung beteiligt war. „Unsere Theorie hat aber eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 85 Prozent“, sagte er im Radio. (lz/dpa)

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