+
Das Gebiet um das ehemalige Lager in Mitholz.

Munitionslager

Angst vor dem Knall

Explosionsgefahr in Schweizer Munitionslager.

In den Schweizer Alpen droht ein Munitionslager aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs in die Luft zu fliegen. Eine kleinere Explosion könne zwar im Durchschnitt nur alle 300 Jahre passieren, das Risiko für die Bevölkerung der umliegenden Dörfer sei aber nicht akzeptabel, berichtete das Bundesamt für Umwelt. Es informierte Anwohner am Montag über die Ergebnisse einer Studie, an der Experten des deutschen Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik beteiligt waren. Das Lager liegt in Mitholz, nahe der Skiregion Kandersteg.

Das Verteidigungsministerium war im vergangenen Sommer in einer Analyse zu dem gleichen Schluss gekommen. Es prüft nun, wie das Lager gesichert werden kann und überwacht die Anlage mit Video- und Wärmebildkameras. Das Ministerium prüft den Einsatz eines Roboters oder ferngesteuerten Baggers zur Bergung der verschütteten Munition. Der Prototyp eines solchen Geräts könnte in ein bis zwei Jahren vorliegen, hieß es. Die Bewohner verlangen die Räumung des Lagers.

In dem Munitionslager aus den 1940er Jahren war es 1947 bereits zu einer Explosion gekommen. Damals kamen in Mitholz neun Menschen ums Leben und zahlreiche Häuser wurden teils zerstört. In den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel liegen noch rund 3500 Tonnen Munition und hunderte Tonnen Sprengstoff. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion