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Polizist patroulliert vor Synagoge in Hamburg
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Nach Angriff vor Synagoge: Polizei findet eindeutigen Zettel in der Hosentasche des Täters

Staatsschutz ermittelt

Nach Angriff vor Synagoge: Polizei findet eindeutigen Zettel in der Hosentasche des Täters

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Die Ermittler stufen den Angriff vor einer Synagoge in Hamburg als einen versuchten Mord mit mutmaßlich antisemitischem Hintergrund ein. Ein Zettel in der Hosentasche des Täters bestätigt den Verdacht.

  • Vor der Hamburger Synagoge kommt es zu einem Angriff.
  • Ein militärisch gekleideter Mann greift einen Studenten an.
  • Der Täter trägt bei dem Angriff einen Zettel mit Hakenkreuz bei sich.

Update vom Montag, 05.10.2020, 12.20 Uhr: Noch in der Nacht nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Synagoge in Hamburg hat die Polizei eine Wohnung in der Hansestadt durchsucht. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich der 29 Jahre mutmaßliche Täter dort unangemeldet aufgehalten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. In seiner Wohnung in Berlin lebe er seit 2019 nicht mehr.

In der Wohnung in Hamburg-Langenhorn hätten die Beamten zunächst keine weiteren offensichtlichen Hinweise auf einen Mittäter oder rechte Struktur oder Gesinnung gefunden. Sie haben mehrere Datenträger, vor allem zwei Laptops und USB-Sticks, sichergestellt. Die Auswertung dauere noch an. Aufgrund der Gesamtumstände gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von einem antisemitisch motiviertem Angriff aus und werten den Angriff als versuchten Mord - mutmaßlich mit antisemitischen Hintergrund.

Polizei überwältigte Angreifer vor jüdischer Synagoge in Hamburg

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, ist der Angreifer vor der jüdischen Gemeinde in Hamburg von der Polizei angesprochen, überwältigt und festgenommen worden. Objektschutzkräfte der Polizei hätten den Mann unmittelbar nach dem Angriff zunächst angesprochen und nur wenige Minuten später hätten Polizeibeamte den Mann zu Boden gebracht und festgenommen. Die Objektschutzkräfte sind mit Maschinenpistolen ausgestattete Angestellte der Polizei im Wachdienst, aber keine Polizeibeamten. Die Sicherheitsleute der Synagoge selbst seien daran nicht beteiligt gewesen.

Ermittler der Polizei suchen in Schutzanzügen auf dem Gehweg vor der Synagoge nach Spuren. In der Nähe der Synagoge in Hamburg ist es am Sonntagnachmittag zu einem Angriff gekommen, bei dem ein 26 Jahre alter Mann erheblich verletzt wurde.

26-Jähriger vor Synagoge in Hamburg angegriffen: „Ein widerwärtiger Akt“

+++ 20.55 Uhr: Außenminister Heiko Maas (SPD) hat den Angriff auf den 26-Jährigen vor der Synagoge in Hamburg scharf verurteilt. „In Hamburg hat ein Mann wohl einen jüdischen Studenten vor seiner Synagoge mit einer Schaufel angegriffen. Das ist kein Einzelfall, das ist widerlicher Antisemitismus und dem müssen wir uns alle entgegenstellen“, schrieb Maas auf Twitter. „Meine Gedanken sind bei dem Studenten, ich wünsche gute Genesung.“

Auch Paul Ziemiak fand auf dem Kurznachrichtendienst deutliche Worte. „Fast ein Jahr nach Halle ist vor einer Synagoge in Hamburg ein jüdischer Student angegriffen worden. Ein widerwärtiger Akt. Jüdisches Leben in Deutschland zu schützen, bleibt unsere tägliche Pflicht. Jüdinnen und Juden müssen in sicher leben können“, so der CDU-Generalsekretär.

Die israelische Botschaft in Berlin sprach von einem „schrecklichen Angriff“. „Ein Jahr nach dem Angriff in Halle werden wir leider daran erinnert, dass der Kampf gegen Antisemitismus mit voller Kraft fortgesetzt werden muss“, hieß es auf Twitter.

26-Jähriger vor Synagoge in Hamburg angegriffen: Täter trug Hakenkreuz-Zettel bei sich

Update vom Sonntag, 04.10.2020, 20.08 Uhr: Der Angreifer, der am Sonntagnachmittag (04.10.2020) vor der Synagoge in Hamburg einen jungen Mann attackiert und erheblich verletzt hat, hatte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einen Zettel mit einem Hakenkreuz in seiner Hosentasche.

Er soll in einem Tarnanzug vor dem Eingang der Synagoge unvermittelt angegriffen und dem Mann mit einem Klappspaten ins Gesicht geschlagen haben.

Erstmeldung vom Sonntag, 04.10.2020, 19.36 Uhr: Hamburg – In der Nähe der Synagoge in Hamburg ist es am Sonntagnachmittag (04.10.2020) zu einem Angriff gekommen. Ein 26 Jahre alter Mann wurde dabei erheblich verletzt. Das bestätigte die Polizei in der Hansestadt am Abend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Polizeibeamte stehen im abgesperrten Bereich vor der Synagoge in Hamburg. In der Nähe ist zu einem Angriff gekommen, bei dem ein 26 Jahre alter Mann erheblich verletzt wurde.

Angriff vor Synagoge in Hamburg: Tat offenbar antisemitisch motiviert

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor von einer antisemitischen Tat berichtet, bei der ein Mann in militärischer Kleidung einen jüdischen Studenten mit einer Schaufel attackiert haben soll. Die Polizei sprach von „bundeswehrähnlicher“ Kleidung.

Zu den Hintergründen der Tat äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Ein 29 Jahre alter Mann habe einem 26-Jährigen mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihn dabei erheblich, aber nicht lebensgefährlich verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Beamte, die zum Schutz der Synagoge vor Ort waren und den Vorfall beobachteten, hätten den Angreifer festgenommen und und die vielen Besucher der Synagoge in Sicherheit gebracht

Angriff vor Hambugrer Synagoge: Staatsschutz hat Ermittlungen übernommen

Sowohl die militärische Kleidung als auch das Datum der Attacke wecken Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge von Halle vor knapp einem Jahr. Dort hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein schwer bewaffneter Rechtsradikaler versucht, in die Synagoge einzudringen und die Betenden zu ermorden. An diesem Sonntag wurde Sukkot gefeiert, das Laubhüttenfest, das im jüdischen Kalender unmittelbar auf Jom Kippur folgt.

Die Hintergründe des Angriffs vor der Synagoge werden laut „Süddeutscher Zeitung“ nun ermittelt. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet worden. (tvd/dpa/afp)

Hinweis: Zunächst hieß es, ein 29-Jähriger sei verletzt worden. Nach neuen Erkenntnissen handelt es sich um einen 26 Jahre alten Mann.

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