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Kurioser Protest der „Letzten Generation“: Klima-Aktivisten kleben sich an Autoreifen fest

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Von: Christina Denk

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In Berlin haben Aktivisten der „Letzten Generation“ am Montag wieder Straßen blockiert. Dieses Mal musste ein Mietwagen dran glauben.

Berlin – In Berlin ist es am Montag wieder zu Verkehrsblockaden durch Aktivist:innen der „Letzten Generation“ gekommen. An 17 verschiedenen Orten klebten sich die Demonstranten fest. Es kam zu langen Staus mit bis zu zwei Stunden Wartezeit. Anders als bei den letzten Aktionen klebten sich die Aktivist:innen diesmal auch an Autoreifen fest.

Protest der „Letzten Generation“: Polizei schraubt Autoreifen samt Aktivisten ab

„An der Auffahrt Hohenzollerndamm haben Personen sich an Autoreifen geklebt“, teilte die Berliner Polizei am Montagvormittag auf Twitter mit. Und wie klärt man das Problem? „Lösung: Reifenwechsel“, twitterte die Polizei prompt. Und tatsächlich, auf Bildern bei Reuters war zu sehen, wie einer der Aktivisten neben die Schnellstraße gesetzt wurde – samt abmontiertem Autoreifen.

Die Reifen gehörten zu zwei Mietwagen, die die Aktivist:innen für den Protest ausgeliehen hatten. Sie stellten die Wagen ebenfalls zur Blockade der Straße auf. Ihre Hände klebten die beiden jungen Erwachsenen an die Felgen der Reifen.

Zusätzlich nutzte die „Letzte Generation“, deren Protest aus Sicht eines Professors radikaler werden soll, nach eigenen Angaben am Montag ein Sand-Klebstoff-Gemisch, damit es besonders lange dauert, die festgeklebten Hände vom Asphalt zu lösen. Die Polizei meldete, sie habe teils Trennschleifer eingesetzt, sodass Fahrbahnschäden entstanden, die zunächst repariert werden mussten. Die letzte Straßenblockade wurde gegen 13 Uhr gelöst.

Protest der „Letzten Generation“: Auch verurteilte Pressesprecherin dabei

Wie ein Fotograf der dpa berichtete, war auch Carla Hinrichs, die Pressesprecherin der „Letzten Generation“, Teil der Protestaktion am Montag. Sie war vergangene Woche vom Amtsgericht Frankfurt am Main wegen einer früheren Aktion zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Hinrichs selbst schrieb auf Twitter: „Kein Urteil wird mich davon abhalten, für Gerechtigkeit zu protestieren.“

Auf der A100 am Hohenzollerndamm haben am Montag Aktivisten die Straße blockiert. Zwei junge Erwachsene klebten sich etwas weiter hinten an Autoreifen fest.
Auf der A100 am Hohenzollerndamm haben am Montag Aktivist:innen die Straße blockiert. Zwei junge Erwachsene klebten sich etwas weiter hinten an Autoreifen fest. © Julius-Christian Schreiner/dpa

Die Sprecherin des Frankfurter Amtsgerichts, Sylvia Hauptmann, erklärte die Rechtslage gegenüber dpa: Das Urteil von vergangener Woche sei noch nicht rechtskräftig, da Einspruchsfristen noch liefen. Sollte das Frankfurter Urteil rechtskräftig und Hinrichs für die Berliner Aktion erneut verurteilt werden, könnte allerdings ein Verstoß gegen die Bewährung festgestellt werden. Dann könnte es sein, dass Hinrichs ihre Haftstrafe antreten muss. Aktivist:innen der „Letzten Generation“ aus Österreich droht ebenfalls eine Haftstrafe. Sie blockierten einen Krankenwagen – weil sie einen Anruf vergessen hatten, so die Aktivist:innen, deren Verbot bereits im Bundestag diskutiert wurden. (chd/dpa).

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