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Matthew McConaughey fordert unter Tränen Waffenrechtsreform – Anteilnahme oder Selbstdarstellung?

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Von: Tanja Koch

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Schauspieler Matthew McConaughey hält eine Rede über das Waffenrecht in den USAt. Ein Reporter scheint ihm das Engagement nicht abzukaufen.

Washington – In einem Beitrag für den Austin American Statesmen hat Schauspieler Matthew McConaughey erklärt, die USA habe eine „kulturelle Pflicht“, das „sinnlose Töten unserer Kinder zu bremsen“. Anlass ist der Amoklauf an einer Schule in Uvalde, Texas, bei dem 19 Kinder und zwei Erwachsene getötet wurden. Geboren in Uvalde, liegt McConaughey die Problematik offenbar besonders am Herzen. Im Vorfeld seiner Stellungnahme hatten die Menschen bereits bei zahlreichen Demonstrationen schärfere Waffengesetze gefordert.

Konkret schlug McConaughey einen 4-Punkte-Plan vor. Seine Forderung umfasst Hintergrundkontrollen für Waffenkäufer, die Anhebung des Mindestalters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre, eine Wartefrist für Sturmgewehre sowie Red-Flag-Gesetze, nach denen Behörden vorübergehend Waffen konfiszieren können, wenn von dem oder der Besitzer:in eine Gefahr für sich oder andere ausgeht.

Matthew McConaughey hält Rede im Weißen Haus – „Menschen leiden, Familien leiden“

Bei einer emotionalen Rede, die Matthew McConaughey am Dienstag (7. Juni) im Weißen Haus hielt, forderte er eine Waffenrechtsreform und größere Investitionen im Bereich psychologischer Betreuung. Einer seiner Vorschläge ist etwa die Anhebung der Altersgrenze für Waffenbesitz in den USA.

Matthew McConaughey, a native of Uvalde, Texas, speaks during a press conference on gun violence in the James S. Brady P
Schauspieler Matthew McConaughey zeigt sich entsetzt angesichts des Schulmassakers von Uvalde. © Ken Cedeno / Imago Images

„Ist das ein Allheilmittel? Auf keinen Fall. Aber Menschen leiden, Familien leiden“, erklärte der Schauspieler. „Dies sollte kein parteipolitisches Thema sein. Keine einzige dieser Schießereien hat einen demokratischen oder republikanischen Wert“, sagte er und fragte in Richtung der Demokraten und Republikaner: „Können beide Seiten den parteipolitischen Aspekt der Problematik außer Acht lassen und sich eingestehen, dass wir Leben retten müssen?“

Matthew McConaughey wird während Rede zum US-Waffenrecht emotional

Zum Schluss nannte McConaughey die Namen all derer, die an der Robb Elementary Grundschule getötet wurden. Dabei wurde der Schauspieler sehr emotional. Nicht nur einmal schluckte er schwer, kämpfte mit den Tränen und schlug sogar auf das Podium, als er die Geschichte eines zehnjährigen Opfers erzählte, das nur durch seine grünen Converse-Turnschuhe identifiziert werden konnte.

Er beantwortete zwar keine Fragen, doch die Reporterinnen und Reporter versuchten es trotzdem, während McConaughey sich auf den Weg zum Ausgang machte. Etwa fragte ein Reporter, ob er Selbstdarstellung betreibe. Um wen es sich bei der männlichen Stimme handelte, konnte laut newsweek.com nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Kameras waren zu dieser Zeit nicht auf die Pressevertreter:innen, sondern auf McConaughey gerichtet. (Tanja Koch)

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