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Der Mann und seine Mondfähre: Jeff Bezos und „Blue Moon“.

Amazon-Gründer

Jeff Bezos und die Erschließung des Weltalls

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Warum Amazon-Gründer Jeff Bezos so viel Geld in die Erschließung des Weltalls steckt.

Man kann über Jeff Bezos denken, was man will, aber eines muss man ihm zugute halten: Er weiß nicht nur, was sich Menschen, die eben einen Artikel online gekauft haben, noch so angeschaut haben – er weiß auch, dass die Idee einer lebenswerten Zukunft mehr beinhaltet als nur die Möglichkeit, auch künftig online zu shoppen.

Mit Blick auf schwindende Ressourcen sagte der 55-Jährige am Donnerstag in Washington, die Menschen müssten schleunigst damit beginnen, das Sonnensystem zu erschließen, um künftige Energiekrisen zu verhindern. Bezos stellte an diesem Tag die Mondlandefähre „Blue Moon“ vor, die von seiner Weltraumtechnik-Firma Blue Origin entwickelt worden ist. Diese Fähre soll bis zu vier Mondautos, wissenschaftliches Gerät und eines Tages möglicherweise sogar Menschen zum Erdtrabanten bringen.

„Das ist ein unglaubliches Fahrzeug, und es wird zum Mond fliegen“, sagte Bezos – und betonte wenig später in einer Pressekonferenz: „Man kann nicht warten, bis langfristige Probleme drängend werden, um sie in die Hand zu nehmen.“ Die Firma Blue Origin ließ daraufhin über Twitter verbreiten, man sei bereit, die US-Raumfahrtbehörde Nasa bis 2024 mit „Blue Moon“ zu unterstützen. Bezos selbst schrieb, seine Firma baue „die Infrastruktur, um eine neue Generation von Träumern zu entfesseln. Ich habe diese Menschen heute getroffen, die Zukunft ist in guten Händen.“ Heißt in diesem Fall wohl auch: in seinen Händen. Zumal es ja für Visionäre wie Jeff Bezos nur einen kleinen Schritt bedeutet, sich neben den Daten der Menschheit auch noch um deren Zukunft zu kümmern.

Wasserstoff aus Mondeis

In einer offiziellen Mitteilung von Blue Origin hieß es am Donnerstag etwas pathetischer: „Heute hat unser Gründer unsere Vision geteilt, in den Weltraum zu fliegen, um der Erde zu helfen. Wir müssen zum Mond zurückkehren, dieses Mal, um zu bleiben.“ Zuletzt waren 1972 die Astronauten der „Apollo 17“-Mission auf dem Mond gelandet. Danach war der Mars lange das Ziel der US-Raumfahrt.

Bevor jetzt der Eindruck entsteht, Jeff Bezos’ Mondfahrerei erwachse aus entfesseltem Idealismus, sei hier angemerkt, dass der Mond für den Unternehmer vor allem aufgrund seiner Ressourcen attraktiv ist. Die mögen auf den ersten Blick einigermaßen unspektakulär sein, in den Händen entfesselter Träumer wie Bezos aber werden sie zu Gold. „Eines der wichtigsten Dinge, die wir heute über den Mond wissen, ist, dass es dort Wasser gibt.“

Dieses Wasser bildet derzeit noch Eisflächen in Mondkratern, die permanent im Schatten liegen. Mit seiner Mondlandefähre soll es möglich sein, diese Vorräte anzuzapfen, um aus diesem Wasser dann flüssigen Wasserstoff zu gewinnen, mit dem dann die Fahrzeuge auf der Mondoberfläche betankt werden könnten.

Und Jeff Bezos hat sicher auch schon eine Idee, wer die ersten Wasserstofftankstellen auf dem Mond bauen könnte.

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