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Benjamin-Kühn ist CEO der adcada GmbH

Altersvorsorge:

Auswege aus der Niedrigzinsfalle

Rentensparpläne- und kapitalbildende Lebensversicherungen sind durch anhaltend niedrige Zinsen als klassische Altersvorsorge unattraktiv geworden.

Steigende Immobilienpreise und drohende Risiken für die Weltwirtschaft sorgen zudem für Unruhe bei Aktionären und Immobilieninvestoren. Risikoscheue Sparer suchen dringend nach Anlagemöglichkeiten mit auskömmlichen Renditen.

Die jahrelange Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat verheerende Folgen für die Altersvorsorge vieler Sparer. Klassische Bankprodukte wie Tages- und Festgeldkonten werden genauso wie Rentensparpläne und Lebensversicherungen kaum noch verzinst. Nach Abzug der Inflation bleibt Sparern ein Wertverlust von bis zu einem Prozent pro Jahr. Langfristig orientierte Kapitalanleger kommen daher an alternativen Strategien zur Strukturierung ihrer Altersvorsorge kaum vorbei.

Bei der Planung der Altersvorsorge sollten Anleger stets beachten, dass mit höheren Renditen auch höhere Risiken einhergehen; wer abzüglich der Inflation positive Renditen erzielen will, muss auch bereit sein, Risiken einzugehen. Finanzexperten und Verbraucherschützern empfehlen aus diesem Grund, meist breit gestreut in Unternehmensbeteiligungen und Sachwerte zu investieren. Die populärsten Formen sind Aktien, Anleihen und Immobilien.

Börse liefert langfristig höchste Rendite

Auf dem Aktienmarkt gibt es langfristig die höchsten Erträge für Anleger - im Vergleich zum Handel mit sicheren Zinspapieren ist eine langfristige Mehrrendite von vier bis fünf Prozent zu erwarten. Anleger benötigen allerdings einen langen Anlagehorizont und starke Nerven: Selbst bei weltweit gestreuten Aktieninvestments, beispielsweise dem Aktienindex MSCI World, muss bei Betrachtung historischer Daten mit hohen Wertschwankungen und maximalen Wertverlusten von bis zu 50 Prozent gerechnet werden. Trotz der Risiken und Wertschwankungen an der Börse, raten sowohl Finanzexperten als auch Verbraucherschützer, einen Teil der Altersvorsorge breit gestreut in Aktien zu investieren.

Alternativ können Investoren ausgewählten Unternehmen auch direkt Kapital in Form von Darlehen zur Verfügung stellen. Produkte wie Nachrangdarlehen oder Genussrechte werden in der Regel mit fünf bis acht Prozent pro Jahr verzinst. Investoren droht im schlimmsten Fall allerdings das Risiko eines Totalausfalls. Daher sollte nur ein überschaubarer Teil der Ersparnisse in diese Produkte fließen.

Immobilien beliebt bei Kapitalanlegern

Neben Aktien erfreuten sich in den letzten Jahren Investitionen in Sachwerte, insbesondere Immobilien, wachsender Beliebtheit bei Kapitalanlegern. Niedrige Finanzierungskosten und ein Mangel an attraktiven Alternativen haben allerdings zu stark steigenden Preisen und sinkenden Mietrenditen geführt. Insbesondere in Metropolregionen lohnen sich Renditeimmobilien nur noch unter der Voraussetzung weiter steigender Preise. Zudem könnten in Zukunft steigende Zinsen bei vielen Anlegern zu Problemen mit der Refinanzierung der Immobiliendarlehen führen.

Offene und geschlossene Immobilienfonds sind auch für Kapitalanleger mit weniger Kapital eine Alternative zu Direktinvestments in Immobilien. Beide Anlageformen können höhere Renditen als klassische Rentenprodukte erzielen, bringen allerdings auch spezifische Risiken mit sich. Offene Immobilienfonds unterliegen wie Aktien teils starken Kursschwankungen. Geschlossene Immobilienfonds binden Kapital langfristig und finanzieren die Immobilien in der Regel zusätzlich über Bankkredite, sodass Kapitalanleger bei Insolvenz des Emittenten mit einem Totalausfall ihres Kapitals rechnen müssen.

Dritter Weg: Immobiliengedeckte Unternehmensanlagen

Einige Unternehmen am Markt bieten neuerdings auch Produkte an, die Unternehmensbeteiligungen mit Immobilieninvestments kombinieren. Durch eine geschickte Kombination der Produkte sollen Renditen und Sicherheiten in ein besseres Verhältnis gebracht werden. So verspricht beispielweise die Adcada Group Investoren zwei bis fünf Prozent Zinsen pro Jahr mit einer 110-prozentigen, erstrangigen Immobilienbesicherung des Kapitals.

Das Multibranchen-Unternehmen wirbt für den „adcada.money Hypozins“ mit „attraktiven Zinsen“ und „banküblichen Sicherheiten“. Das Angebot wird allerdings zeitnah angepasst: So hat Adcada zum Jahreswechsel eine Zinssenkung für alle angebotenen Anlageformen um 0,75 Prozent angekündigt.

Die innovativen Konzepte des Unternehmens sorgten in der Vergangenheit bereits für einiges Aufsehen in der Branche: Benjamin Kühn, CEO der Adcada Unternehmensgruppe, wurde 2018 als jüngstes Mitglied aller Zeiten in den Senat der Wirtschaft Deutschland berufen. Das eherne Gesetz von Risiko und Rendite kann der kreative Unternehmer allerdings auch nicht überwinden. Die größere Sicherheit bezahlen Anleger auch bei Adcada mit einer niedrigeren Rendite: Wer jedoch auf die Besicherung mit Immobilien verzichtet, erhält bei einer Anlage in die klassische Unternehmensanleihe jährlich drei Prozent mehr Zinsen.

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