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Depardieu, heute 72, gehört zu Frankreichs bekanntesten Schauspielern,
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Depardieu, heute 72, gehört zu Frankreichs bekanntesten Schauspielern.

Gérard Depardieu

Alte Sätze in neuem Licht

  • VonBrüggemann
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Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Gérard Depardieu: Frühere Aussagen des Schauspielers dürften seine Verteidigung nicht vereinfachen.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ihre Antwort an die zahlreichen Journalisten schon vorformuliert: „Ich bestätige, dass wir am 16. Dezember 2020 ein Verfahren gegen Monsieur Depardieu eingeleitet haben wegen der Anklagepunkte der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung. Ihm gegenüber wurden keine freiheitsentziehenden Maßnahmen verhängt.“ Wie andere Größen der französischen Kinowelt holt #MeToo nun auch Gérard Depardieu ein, der die Vorwürfe bestreitet.

Die Vorfälle, um die es geht, trugen sich angeblich im August 2018 zu. Die junge Frau um die 20 hatte sich von Depardieu Hilfe für ihre Schauspielerkarriere erhofft, berichten französische Medien. Am 7. August habe der Filmstar sie in sein Stadthaus in Paris eingeladen. Dort soll sich die Vergewaltigung zugetragen haben. Etwa eine Woche später dann noch eine weitere Vergewaltigung im Haus des Schauspielers. Die junge Frau sei dorthin zurückgekehrt, da sie unter Schock gestanden und die Vorfälle verdrängt habe, sagt sie.

Wenige Wochen später war sie zur Polizei gegangen, eine vorläufige Untersuchung wurde jedoch eingestellt. 2020 hatte ein Richter die Untersuchung wieder aufgenommen, was nun zum offiziellen Verfahren gegen Depardieu geführt hat. Der Schauspieler entgegnet, die junge Frau sei einverstanden gewesen. „Die Unschuldsvermutung wird erneut mit Füßen getreten“, sagte Depardieus Anwalt Hervé Temime der französischen Presse.

Depardieu, heute 72, gehört zu Frankreichs bekanntesten Schauspielern, er hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen, jedoch noch keinen Oscar. Dafür war er wegen seiner Rolle in „Cyrano de Bergerac“ nominiert, verspielte sich seine Chancen aber wohl mit einem Interview 1991 im Time-Magazin. Darin bestätigte er, dass er mit neun Jahren Vergewaltigungen beigewohnt hatte – „was nichts Schlimmes damals war. Das bringt mich zum Lachen – es war Teil meiner Kindheit“, so Depardieu. Ähnliche Aussagen hatte er zwölf Jahre zuvor gegenüber dem New Yorker Magazin „Film Comment“ gemacht. Jenes Interview war größtenteils unbemerkt geblieben, bis die Time-Journalistin sich darauf bezog. Depardieu hatte darin gesagt, dass „die Mädchen vergewaltigt werden wollten“. Und dass ein Mädchen sich immer in eine Situation begebe, in der sie sein will. Der Gewaltakt sei nicht vom Täter begangen, sondern vom Opfer, das diesen zuließe.

Depardieus Aussagen von damals sollten für seine Verteidigung nun wenig hilfreich sein. Der Schauspieler ist eine von mehreren Größen aus Frankreichs Kinomilieu, die man jüngst der Vergewaltigung beschuldigt hat. Ähnliches wirft man Regisseur Luc Besson und dem Präsidenten des nationalen Filmförderungsinstituts CNC Dominique Boutonnat vor. Auf Vergewaltigung stehen in Frankreich bis zu 15 Jahre Gefängnis, in besonderen Fällen bis zu 20 Jahre.

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