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Elektrotretroller auf dem Bürgersteig - das könnte Probleme geben.

Elektrotretroller

Allianz warnt vor E-Scootern

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Laut einer Allianz-Studie könnten Fußgänger künftig noch gefährlicher leben.

Fußgänger leben im Straßenverkehr gefährlich. Eine Studie des Versicherungsriesen Allianz weist sie als ausgesprochene Risikogruppe aus – speziell im Seniorenalter über 65 Jahren. Sollten künftig Elektrotretroller schon von Zwölfjährigen auf Bürgersteigen gefahren werden dürfen, schwant Jochen Haug mit Blick auf Unfälle nichts Gutes. „Wir gehen definitiv von einem Anstieg aus“, sagt der Schaden-Vorstand der deutschen Allianz-Versicherungstochter bei einem Expertengespräch in Ismaning bei München.

Zwölfjährige hätten nicht die nötige Reife, um die bis zu 55 Kilogramm schweren und zwölf Stundenkilometer schnellen Gefährte sicher durch den Verkehr zu steuern. 14-jährigen seien sogar bis zu 20 Stundenkilometer schnelle E-Scooter erlaubt. Die Allianz geht davon aus, dass die Roller eine Versicherungspflicht auferlegt bekommen. Zum Start werde man sie wohl wie Mopeds einstufen, sagt Haug. Das wären in der Haftpflicht zwischen 54 und 86 Euro jährlich, was nur Schäden bei Dritten nicht aber am Roller oder dem Fahrer abdeckt. Dafür nötige Kaskopolicen kosten mehr. Falls E-Scooter viele Unfälle verursachen, würden auch die Haftpflichtbeiträge rasch erhöht, sagt Haug.

Wie die neuen Elektroroller genau das Unfallgeschehen beeinflussen, wissen auch die Unfallforscher des Allianz-Zentrums für Technik (AZT) nicht. Zwar seien sie in anderen Ländern schon unterwegs, aber statistisch ausgewertet sei das Geschehen auch im Ausland noch nicht, sagt AZT-Chef Christoph Lauterwasser. Erste Daten aus den USA zeigten, dass Unfälle mit E-Scootern vor allem durch Schlaglöcher ausgelöst werden oder wenn Passanten über chaotisch abgestellte Tretroller stolpern. Wie häufig oder schwer solche Unfälle mit Fußgängern sind, sei aber noch nirgendwo ausgewertet worden.

Wie wenig es braucht, um bei Fußgängern schwere Verletzungen zu verursachen, wissen die Allianz-Forscher aber seit ihrer jüngsten Fußgängerstudie. Das sind demnach drei Stundenkilometer. Dabei sei letztlich nicht die Kollision mit einem Auto folgenschwer, sondern der davon ausgelöste Sturz, erklären Haug und Lauterwasser. Das gelte vor allem für Senioren.

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Allgemein sei zwar in Deutschland wie in der EU die Zahl der Verkehrstoten seit 1991 stark gesunken. Aber seit 2010 werde es nicht mehr viel besser. Speziell bei Fußgängern steige die Zahl der Verkehrstoten seitdem sogar. Jeder fünfte Verkehrstote in der EU war zu Fuß unterwegs. In Deutschland liegt der Anteil mit 14 Prozent etwas niedriger. In absoluten Zahlen sind das hierzulande 457 Getötete.

„Mehr als die Hälfte der getöteten Fußgänger in Deutschland ist älter als 64 Jahre“, stellt Haug von der Allianz-Versicherungstochter heraus. 2018 sei der Anteil sogar von 51 auf 56 Prozent gestiegen. Die Allianz hat das Unfallgeschehen in ihrer Studie analysiert und dabei einige Überraschungen festgestellt. Zum einen kommen Fußgänger zwar zu zwei Dritteln erwartbar bei Zusammenstößen mit Autos zu Schaden. Weniger vorhersehbar ist aber, dass fast ein Viertel dieser Unfälle passiert, wenn die Autos rückwärts fahren und mehr als ein Zehntel auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen.

Weil schon geringes Tempo einen Fußgänger zu Fall bringen kann, sind die Schäden dann dennoch oft groß. Finanziell muss die Allianz bei Unfällen mit Fußgängern im Schnitt 36 000 Euro zahlen, vor allem auch weil Hauptverursacher der Autofahrer und nicht der Fußgänger ist. Unbedenklich ist auch das Verhalten von Fußgängern nicht, was vor allem an der Nutzung von Smartphones liegt. Zwei Drittel aller von der Allianz befragten Fußgänger geben an, unterwegs mit dem Handy zu telefonieren, Musik zu hören oder zu texten.

Das bloße Telefonieren steigert dabei das Unfallrisiko – anders als bei Autofahrern – nicht, hat die Studie ergeben. Viermal höher ist es dagegen, wenn das Smartphone zum Musik hören genutzt wird und doppelt so hoch beim Texten. Das sollte Fußgängern bewusst sein. An die Autoindustrie appelliert der Versicherer künftig Notbremsassistenten auch für das Rückwärtsfahren einzusetzen. Dem Gesetzgeber rät die Allianz, E-Scooter erst für 15-Jährige freizugeben und sie von Gehwegen zu verbannen. Der Gedanke, dass demographisch gesehen künftig immer mehr Senioren auf Gehwegen auf jugendliche E-Scooterfahrer treffen, erschreckt nicht nur die Allianz.

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