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„Versorgungssicherheit nicht gewährleistet“: Toilettenpapier bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. bald wieder knapp?

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Von: David Frey

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Die Gaskrise in Deutschland könnte auch zur Folge haben, dass das während der Pandemie begehrte Hamster-Gut Klopapier wieder knapp werden könnte.

Frankfurt – Zu den Hochzeiten der Pandemie, als unter anderem Kontaktbeschränkungen und Corona-Lockdowns galten, prägte sich Verbraucherinnen und Verbrauchern im Supermarkt vor allem ein Anblick ein: leere Toilettenpapier-Regale. Die enorm gestiegene Nachfrage nach Drogerie-Artikeln und das regelrechte „Hamstern“ vieler Haushalte, die deutlich mehr Toilettenpapier kauften, als üblich, sorgten für eine Überlastung des Lieferketten-Systems der Großhändler. Das Nachsehen hatten dann auch Kunden von Aldi, Lidl, Rewe und anderen Supermärkten.

Warum gerade Toilettenpapier häufig fehlte und zu Hamsterkäufen im Supermarkt animierte, hat unter anderem auch psychologische Gründe. Fachleute erklärten sich das Phänomen unter anderem mit der Spieltheorie: Beginnen einige mit Hamsterkäufen, sei es die beste Strategie, diesem Beispiel zu folgen. Als erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen aufkamen und Lebensmittelhändler wie Aldi, Lidl und Rewe die Abgabemenge auf eine Packung pro Haushalt reduzierten, entspannte sich die Situation. Doch bald könnte es aufgrund einer aktuellen Entwicklung neue Probleme geben.

Durchschnittsverbrauch pro Bundesbürger (Jahr)134 Rollen
Toilettenpapier-Produktion in Deutschland (Jahr)750.000 Tonnen
Toilettenpapier-Exporte (Jahr)125.000 Tonnen
Quelle: Die Papierindustrie

Engpässe bei Aldi, Lidl, Rewe? Gaskrise könnte Produktionsprobleme von Toilettenpapier bedeuten

Wie der Verband die Papierindustrie, der industrielle Spitzenverband der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie mit Sitz in Berlin, in einer Pressemitteilung erläutert, hängt die Zukunft der Toilettenpapier-Situation in Deutschland derzeit vor allem an der Entwicklung der Energiekrise. „Im Hygienepapier-Produktionsprozess sind wir besonders auf Gas angewiesen. Bei einem Wegfall können wir die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten“, wird Martin Krengel, der Vizepräsident des Verbandes und CEO des Hygienepapierherstellers Wepa zitiert.

Ein leeres Regal für Klopapier und Toilettenpapier bei Budnikowsky
Aufgrund der Gaskrise in Deutschland könnte auch die Toilettenpapierproduktion gefährdet sein. Der Verband Die Papierindustrie schließt Engpässe nicht aus. (Archivfoto) © Jennifer Köllen

Gaskrise könnte auch für Kunden von Aldi, Lidl und Co. böse Überraschung bescheren

Noch zeigen sich derartige Engpässe nicht, allerdings könnte die Gaskrise in Deutschland neben der Wirtschaft auch Verbrauchenden eine böse Überraschung bescheren. Sollte es doch zu Lieferschwierigkeiten kommen, wird die Verbraucherzentrale wieder dazu aufrufen, keine panischen Hamsterkäufe bei Aldi, Lidl und Co. zu tätigen. Stattdessen solle weiterhin in haushaltsüblichen Mengen eingekauft werden. Damit soll eine kontinuierliche Nachlieferung sichergestellt werden. Wer bei sich in den eigenen vier Wänden genügend Toilettenpapier vorrätig hat, sollte dieses jedoch niemals auf die WC-Brille legen. (df)

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