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Bisher wurde bei den Hochs und Tiefs meist auf eher typisch deutsche Namen zurückgegriffen. Das sich dies nun ändert, ist das Resultat der spendenfinanzierten Kampagne #Wetterberichtigung.
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Bisher wurde bei den Hochs und Tiefs meist auf eher typisch deutsche Namen zurückgegriffen. Das sich dies nun ändert, ist das Resultat der spendenfinanzierten Kampagne #Wetterberichtigung.

Wetter

Ahmet bringt frischen Wind

  • vonAndreas Sieler
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Wetterkarten bilden Vielfalt ab: Hochs und Tiefs tragen nicht mehr nur urdeutsche Namen.

Von einer Gammellage spricht der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer Mitteilung am Dienstag. Gemeint ist, dass derzeit wettertechnisch nicht sonderlich viel passiert – wenig Bewegung, wenig Veränderung. 2021 erhalten die Hochdruckgebiete Frauennamen, Tiefdruckgebiete sind männlich. Eigentlich.

Denn während Hoch Alexander über Nordeuropa gammelt, dümpelt Tief Lisa über dem Mittelmeer rum. „Die zwei sind Relikte aus 2020, die sich einfach nicht verabschieden wollen“, schreibt der DWD. Doch aufgepasst: von Osten greift Tief Ahmet an. Von wegen, hier passiert nichts.

Ahmet wirbelt die Wetterkarten in besonderer Hinsicht durcheinander, denn es ist sozusagen offiziell das erste Tief mit Migrationshintergrund. Bisher wurde bei den Hochs und Tiefs meist auf eher typisch deutsche Namen zurückgegriffen. Das sich dies nun ändert ist das Resultat der spendenfinanzierten Kampagne #Wetterberichtigung.

Damit wollen die Initiator:innen – die Neuen deutschen Medienmacher:innen (NdM), ein bundesweiter Zusammenschluss von Journalist:innen, die sich für mehr Vielfalt in den Medien einsetzen, sowie vier weitere Initiativen aus Österreich und der Schweiz – die Vielfalt in der Bevölkerung sichtbar machen, wie die NdM am Dienstag, pünktlich zu Tief Ahmets Auftritt, mitteilten.

Da kommt was aus östlicher Richtung …

„Das Wetter diverser zu machen ist nur ein symbolischer Schritt“, wird die NdM-Vorsitzende Ferda Ataman zitiert. „Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall“ – also eben auch beim Wetter. Bei mehr Sichtbarkeit und Teilhabe spielten vor allem Medien eine bedeutende Rolle. Dafür setzen sich die NdM auch in anderen Bereichen ein, etwa in Form von Diversity-Checklisten bei Medien und das häufigere Zeigen nicht-weißer Menschen bei allen Themen.

Doch zurück zum Wetter: Nach Ahmet wollen uns in diesem Jahr unter anderem noch die Tiefs Bartosz, Cemal, Dimitrios, Erhan, Flaviu, Goran, Hakim, Irek und Jussuf beeindrucken. Aber auch Reinhard und Siegbert werden zum Zug kommen. Bei den Hochdruckgebieten erwarten uns etwa Bozena, Chana und Dragica neben deutschsprachigen Namen wie Elke, Waltraud und Gisela – auch Jaqueline und sogar die Queen werden auf den Wetterkarten erscheinen.

Eine Namenspatenschaft für ein Druckgebiet lässt sich beim Institut für Meteorologie von grundsätzlich allen Interessierten erwerben. Nicht für umme – ein Tief kostet 240 Euro, ein Hoch 360 Euro. Begründet wird der Preisunterschied auf der Homepage des Instituts damit, dass „Hochdruckgebiete eine deutlich längere Lebensdauer haben und daher länger auf den Wetterkarten verbleiben“.

Pro Jahr werden demnach durchschnittlich 50 bis 60 Hochs und rund 150 Tiefs getauft. 14 Wetterpatenschaften hat sich die NdM für die ersten Wochen dieses Jahres gesichert. Den bundesweiten Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bildet dies vorerst noch nicht ab, laut Statistischem Bundesamt liegt dieser 2019 bei genau 26 Prozent.

Bis Chana und Goran über die Wetterkarte wirbeln, müssen wir uns nun aber vorerst noch bis zum Ende der Gammellage gedulden. Vielleicht bringt ja schon Ahmet neben mehr Vielfalt auch ein bisschen frischen Wind in die festgefahrene Angelegenheit.

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