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Eine Demonstrantin fordert Gerechtigkeit für den ermordeten Schwarzen Ahmaud Arbery.
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Ein Gericht in den USA verurteilt die drei Mörder des Schwarzen Ahmaud Arbery zu lebenslangen Haftstrafen.

USA

Lebenslange Haft im US-Mordprozess um Schwarzen Jogger Arbery

  • VonMax Schäfer
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Im Fall des erschossenen Schwarzen Ahmaud Arbery ist in den USA das Urteil gefallen. Die drei Täter erhalten lange Haftstrafen. Ein weiterer Prozess wartet auf sie.

Brunswik – Etwa zwei Jahre nach dem Mord am Schwarzen Jogger Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia sind die drei Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Timothy Walmsley verkündete das Strafmaß gegen die im November 2021 durch ein Geschworenengericht schuldig gesprochenen weißen Männer am Freitag (07.01.2022) in Brunswick.

Der inzwischen 35-jährige Travis McMichael, sein Vater Gregory und ihr Nachbar Wiliam Bryan hatten Arbery am 23. Februar 2020 in einem Vorort von Brunswick mit ihren Autos verfolgt. Sie hielten den in ihrer überwiegend von Weißen bewohnten Gegend für einen Einbrecher. Im Rahmen der Verfolgung entstand ein Handgemenge. Dabei erschoss Travis McMichael den 25-jährigen Schwarzen mit einem Gewehr.

Nach Mord an Schwarzem Jogger Ahmaud Arbery: Gericht in den USA spricht lebenslange Haftstrafen aus

Nach dem Mord erhielten Travis und Gregory McMichael eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung. Bei ihrem 52-jährigen Nachbarn Wiliam Bryan erkannte der Richter mildernde Umstände an. Deshalb hat dieser Chancen auf eine vorzeitige Haftentlassung. Das ist jedoch erst möglich, wenn dieser 30 Jahre seiner Gefängnisstrafe verbüst hat.

Ahmaud Arberys Tod sei „eine Tragödie auf vielen, vielen Ebenen“, erklärte Richter Timothy Walmsley bei der Urteilsverkündung. „Er verließ sein Haus, um joggen zu gehen, und rannte schließlich um sein Leben“, so der Richter. „Er wurde getötet, weil Menschen hier in diesem Gerichtssaal das Gesetz in die eigene Hand genommen haben“. Das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen sei „ein gefährliches Unterfangen“.

USA: Mord an Schwarzem kein Zufall - „Wollten ihn nicht in ihrer Gemeinde“

Arberys Mutter Wanda Cooper-Jones bat den Richter bei der Verhandlung am Freitag (07.01.2022) um die Höchststrafe für die Verurteilten. „Diese Männer verdienen die maximale Strafe für ihre Verbrechen“, sagte Cooper-Jones. Es sei kein Missverständnis gewesen. „Sie haben sich entschieden, meinen Sohn ins Visier zu nehmen, weil sie ihn nicht in ihrer Gemeinde haben wollten. Als sie ihn nicht genug erschrecken oder einschüchtern konnten, töteten sie ihn“, zitiert der Guardian Arberys Mutter. Die drei Männer hätten seinen Sohn bei Tageslicht gelyncht, erklärte Marcus Arbery, der Vater des Ermordeten im Prozess.

Travis McMichael hat die tödlichen Schüsse auf den Schwarzen Ahmaud Arbery abgefeuert.

USA: Mord an Schwarzem Ahmaud Arbery wird erst spät bekannt

Der Mordfall an Arbery war erst über zwei Monate nach dessen Tod bekannt geworden, als ein von Bryan aufgenommenes Handyvideo von der Verfolgungsjagd und den tödlichen Schüssen öffentlich wurde. Die Aufnahmen sorgten landesweit für Empörung. Arbery wurde – zusammen mit von Polizisten getöteten Schwarzen wie George Floyd und Breonna Taylor – zu einer Symbolfigur der Black Lives Matter-Proteste gegen Rassismus in den USA.

Für Empörung sorgte auch, dass die Staatsanwaltschaft die Täter zunächst unbehelligt ließ. Das änderte sich erst nach Bekanntwerden des Handyvideos vom Mord Anfang Mai 2020. Die drei Männer wurden erst dann festgenommen und angeklagt.

USA: Mörder des Schwarzen Joggers berufen sich auf

Im Mordprozess um den Schwarzen Jogger Ahmaud Arbery beriefen sich die drei Täter auf ein damals in Georgia geltendes Gesetz, das Bürger:innen eine Festnahme von Verdächtigen erlaubte. Der Todesschütze Travic McMichael sagte aus, Arbery habe ihn bei der versuchten Festnahme angegriffen. Er habe deshalb in Notwehr geschossen.

Lebenslange Haft mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung ist in Georgia die Mindeststrafe bei vorsätzlichem Mord oder Mord in Zusammenhang mit einem anderen Verbrechen. Die drei Männer können noch Berufung gegen das Urteil einlegen. Ein weiterer Prozess steht ihnen jedoch noch bevor: Auf Bundesebene sind sie wegen eines Hassverbrechens angeklagt. Prozessbeginn ist im Februar 2022. (Max Schäfer mit AFP)

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