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Taliban-Herrschaft in Afghanistan: Fußballerinnen gelingt die Flucht ins Nachbarland

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Von: Sandra Kathe

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79 Fußball-Spielerinnen aus Afghanistan und ihren Angehörigen sind am Mittwochmorgen in Lahore angekommen.
79 Fußball-Spielerinnen aus Afghanistan und ihren Angehörigen sind am Mittwochmorgen in Lahore angekommen. © Arif Ali/AFP

Weil in Afghanistan seit der Machtergreifung der Taliban Sport für Frauen verboten ist, sind viele Athletinnen in Gefahr. Nun gelang einigen Fußballerinnen die Flucht.

Lahore – Mit Hilfe des Pakistanischen Fußballverbands sowie mehrerer Aktivist:innen ist es in den vergangenen Tagen fast 80 afghanischen Fußballspielerinnen und ihren Angehörigen gelungen, Afghanistan über die pakistanische Grenze zu verlassen. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian. Wegen eines Sportverbots für Frauen, droht den Spielerinnen in ihrer Heimat die Verfolgung durch die neuen Machthaber.

Unter den geflohenen Fußballspielerinnen waren neben afghanischen Nationalspielerinnen und Sportlerinnen der Jugendmannschaft auch Mitglieder des Teams aus Herat, das 2020 die afghanische Meisterschaft gewonnen hatte. Die Spielerinnen aus Herat waren nach Brandangriffen auf mehrere Häuser und der Gefangennahme einiger ihrer Familienmitglieder durch die Taliban in die afghanische Hauptstadt Kabul geflohen.

Afghanistan: Ehemalige Teamkapitänin Khalida Popal organisierte Flucht vor den Taliban

Der Guardian-Bericht bezieht sich auf die Aussage der ehemaligen afghanischen Teamkapitänin Khalida Popal, die schon an einer Rettungsaktion im vergangenen Monat beteiligt gewesen war. Damals waren während der Evakuierung per Luftbrücke zwischen 100 und 200 junge Frauen aus dem Land gerettet worden. In einem Tweet in der Nacht zu Mittwoch (15.09.2021) teilte sie mit, dass nun erneut 79 jungen Frauen sowie einigen Angehörigen die Flucht gelungen war.

Ihren Erzählungen nach seien noch während der Fluchtaktion einzelne männliche Angehörige der Mädchen und Frauen von den Taliban gefangen genommen worden. Es sei das schwierigste gewesen, den Spielerinnen zu sagen nicht zurückzublicken und sie trotz der Ungewissheit über den Verbleib von Brüdern und Vätern über die Grenze zu bekommen, sagte die 34-Jährige dem Guardian.

Fußballerinnen fliehen aus Afghanistan: Geflüchtete sind seit Mittwochmorgen in Lahore

Unterstützt worden war die Rettungsaktion neben dem Pakistanischen Fußballverband, in dessen Geschäftsstelle in Lahore die Spielerinnen und ihre Angehörige am Mittwochmorgen ankamen, auch von der Menschenrechtsgruppierung RokiT Foundation. Deren Geschäftsführerin Siu-Anne Marie Gill sagte über die Rettungsmission: „Das Warten auf die Nachricht, dass die Gruppe die Grenze erreicht hat, nachdem sie stundenlang im Niemandsland feststeckten: das waren einige der härtesten und emotionalsten Stunden meines Lebens.“

Dass die Flucht gelang, verdankt die Gruppe auch dem ehemaligen Vizepräsidenten des pakistanischen Fußballverbands, Sardar Naveed sowie der pakistanischen Botschaft, die für die Geflüchteten Visa bereitstellte. „Unser ganzes Team wartete schweigend auf die Nachricht aus der Gruppe, dass alle in Sicherheit waren“, beschrieb Gill die Stimmung während der Rettungsaktion gegenüber der britischen Zeitung: „Ich bewundere diese Mädchen und Frauen und ihre Familien für ihren Mut und die Kraft, für ihr Leben zu kämpfen. Das hat uns allen Kraft gegeben.“ (ska)

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