Ein Opfer des IS-Anschlags wird in einem Krankenhaus in Kabul behandelt.
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Ein Opfer des IS-Anschlags wird in einem Krankenhaus in Kabul behandelt. In der afghanischen Hauptstadt ist es zu einem Selbstmordanschlag gekommen.

Bombe gezündet

IS reklamiert Attentat für sich: Mindestens 18 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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  • Teresa Toth
    Teresa Toth
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In der afghanischen Hauptstadt Kabul sprengt sich ein Mann in die Luft. Viele Menschen sterben. Der IS reklamiert den Anschlag für sich.

  • In der afghanischen Hauptstadt Kabul sprengt sich ein Mann in die Luft.
  • Mehrere Menschen kommen ums Leben.
  • Der „Islamische Staat“ (IS) behauptet, für den Selbstmordanschlag verantwortlich zu sein.

Update vom Samstag, 24.10.2020, 20.26 Uhr: Nach dem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die verifizierte Zahl der Opfer angestiegen. Mindestens 18 Personen seien ums Leben gekommen und 57 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Laut dem Innenministerium wurde der Angreifer bei dem Versuch gestoppt, in eine Bildungseinrichtung zu gelangen, wo Kurse für Student:innen angeboten werden. „Als das Sicherheitspersonal ihn bemerkte, zündete der Attentäter die Bombe in einer Gasse“, sagte der Tarek Arian.

IS reklamiert Selbstmordanschlag in afghanischer Hauptstadt Kabul für sich

Anwohner:innen versammelten sich an dem Ort des Anschlags, wo Lachen von Blut zu sehen waren. „Ich stand ungefähr hundert Meter vor dem Gebäude, als eine große Explosion mich umhaute. Um mich herum waren Staub und Rauch“, sagte der Augenzeuge Ali Resa. „Alle Menschen, die getöteten und verletzt wurden, waren Studenten, die das Gebäude betreten wollten.“

Bei einem Anschlag in Kabul werden mehrere Menschen getötet.

Der IS reklamierte den Anschlag für sich. Ein „Märtyrer-Ritter“ habe einen Sprengstoffgürtel in einer Ansammlung von Schiiten gezündet, teilte der IS auf seiner Plattform Naschir News mit.

Afghanistan: Viele Menschen bei Selbstmordanschlag in Kabul getötet

Erstmeldung vom Samstag, 24.10.2020, 17:21 Uhr: Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul viele Schülerinnen und Schüler getötet worden. Mindestens 13 Personen seien ums Leben gekommen und 30 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstagabend (24.10.2020, Ortszeit).

Der Attentäter, der sich Zugang zu einem Bildungszentrum im westlichen Stadtteil Dascht-e Bartschi verschaffen wollte, wurde von Sicherheitskräften entdeckt, wie es aus dem Innenministerium hieß. Daraufhin habe sich der Mann in einer Gasse in die Luft gesprengt und dabei viele junge Menschen mit in den Tod gerissen.

Anschlag in Kabul: „Feige und gottlose Terroristen“

Die militant-islamistischen Taliban dementierten umgehend, für das Bombenattentat verantwortlich zu sein. Sie verhandeln mit einer Delegation in der katarischen Hauptstadt Doha seit September über Frieden. Doch die Gewalt geht im Land weiter, vor allem in den Provinzen sterben bei Gefechten noch immer viele Menschen.

Abdullah Abdullah, Vorsitzender des afghanischen Hohen Rats für Versöhnung, verurteilte den Angriff aufs Schärfste. „Feige und gottlose Terroristen haben durch diesen Angriff auf unschuldige Kinder und Studenten gezeigt, dass sie sich an keine Religion oder Prinzipien halten“, sagte Abdullah einer Mitteilung zufolge.

Anschlag in Kabul: Auch der IS verübte bereits mehrere Anschläge in Kabul

Bereits in der Vergangenheit gab es viele Anschläge in dem westlichen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil Kabuls. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in dem Stadtteil bereits Anschläge verübt. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Terrormiliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige.

Im März verübte der IS zwei Anschläge in Westkabul mit Dutzenden Toten, Ziel waren Schiiten sowie Anhänger der Sikh-Religion. Bei einem Anschlag auf eine Geburtsstation im Mai töteten Unbekannte viele Mütter mit ihren neugeborenen Kindern. Die USA machten den IS dafür verantwortlich. (dpa)

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