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Krieg

Afghanistan: Präsident Ghani verschwunden – Flucht vor Taliban in „Helikoper voller Geld“?

  • VonAres Abasi
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Gerade als sein Land ihn am dringendsten braucht, flüchtet Präsident Ashraf Ghani aus Afghanistan – offenbar mit einem „Helikopter voller Geld“.

Kabul – Noch immer kennt niemand den genauen Aufenthaltsort des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani. Nach seiner Flucht am vergangenen Sonntag (15.08.2021) entstanden diverse Gerüchte: So soll Ghani nach Taschkent, Usbekistan oder Tadschikistan geflohen sein – laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters offenbar mit einem „Helikopter voller Geld“.

„Vier Fahrzeuge waren voller Geld, sie versuchten einen weiteren Teil des Geldes in einen Helikopter zu stopfen, aber nicht alles passte rein. Und ein Teil des Geldes blieb auf dem Rollfeld“, sagte Nikita Ishchenko, Sprecher der russischen Botschaft in Kabul. Laut Ischenko gibt es Zeugen, die den Vorfall bestätigen können. Wie viel Geld Ghani zurückließ, sei jedoch nicht bekannt.

Nach Ashraf Ghanis Flucht: „Er hat Afghanistan in einer schwierigen Zeit verlassen“

Nach Angaben zweier ranghoher Regierungsfunktionäre soll Ghani das Land mit seinem nationalen Sicherheitsberater Hamdullah Mohib, einem weiteren engen Berater und seiner Ehefrau Rula Ghani verlassen haben. Für seine Flucht erntet Ghani zahlreiche Hasskommentare, unter anderem auch von afghanischen Politikern und Schauspielern.

  • „Er hat Afghanistan in einer schwierigen Zeit verlassen. Möge Gott ihn zur Rechenschaft ziehen.“ (Abdullah Abdullah. politischer Rivale Ghanis)
  • „Sie haben uns die Hände hinter unserem Rücken gefesselt und das Land verkauft.“ (Verteidigungsminister Bismillah Chan Mohammadi)
  • „Er wird als das schmutzigste Tier in die Geschichte des Landes eingehen“. (Sängerin Sedika Madadgar)
Aschraf Ghani, Präsident von Afghanistan, während seiner Amtseinführungszeremonie im Präsidentenpalast.

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani: Er versuchte seine Tat zu rechtfertigen

Kurz nach seiner Flucht versuchte sich Ghani zu rechtfertigen und meldete sich über seinen Facebook-Account zu Wort: Offenbar sei dem ehemaligen Präsidenten seine Tat schwergefallen.

In einem Post, der mittlerweile nicht mehr verfügbar ist, schrieb er, dass er durch seine plötzliche Flucht Blutvergießen verhindern wollte. Die Taliban* drohten in der Vergangenheit, laut Ghani, ihn stürzen zu wollen und dabei Blutvergießen in Kauf zu nehmen. So gab Ghani an, dass viele Afghanen einen Märtyrertod hätten sterben müssen, wäre er in Afghanistan geblieben: „Ich entschied mich zu gehen, um dieses Blutvergießen zu verhindern.“

Nachdem die Taliban am vergangenen Sonntag (15.08.2021) den Präsidentenpalast in Kabul einnahmen, hat die islamistisch-radikale Bewegung, die Kontrolle über Afghanistan. (Ares Abasi) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rahmat Gul/AP/dpa

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