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Afghanistan

„Ausführungsfehler“ in Afghanistan: Keine Strafen für US-Armee trotz Tod von sieben Kindern

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Bei einem Drohnenangriff auf ein Auto in Kabul durch das US-Militär sterben sieben Kinder und drei Erwachsene. Die Tat wird folgenlos bleiben.

Washington D.C./Kabul – Ende August starben bei einem Drohnenangriff auf die afghanische Hauptstadt Kabul zehn Menschen. Wie nun entschieden wurde, werden die Verantwortlichen hierfür nicht bestraft. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin billigte nach Angaben seines Sprechers vom Montag (13.12.2021) einen Bericht der Armeeführung zu dem Angriff in Afghanistan, in dem keine disziplinarischen Maßnahmen gegen die verantwortlichen Soldaten empfohlen werden.

„Was wir gesehen haben war ein Zusammenbruch im Prozess, in der Ausführung und bei Prozeduren“, erläuterte der Sprecher John Kirby vor Journalisten. „Es war nicht die Folge von Nachlässigkeit, nicht die Folge von Fehlverhalten, nicht die Folge von schlechter Führung.“

US-Drohnenangriff in Kabul: Sieben tote Kinder

Am 29. August waren bei dem US-Drohnenangriff auf ein Auto in Kabul zehn Menschen getötet worden, unter ihnen sieben Kinder. Die US-Streitkräfte hatten nach offiziellen Angaben befürchtet, dass die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit dem Fahrzeug einen Sprengstoffanschlag auf den Kabuler Flughafen plante – wenige Tage nach einem tödlichen Anschlag inmitten der chaotischen Evakuierungsmission nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban.

Zehn Menschen sterben in Kabul durch einen Drohnenangriff des US-Militärs.

Mitte September mussten die US-Streitkräfte schließlich einräumen, keine Anhängerinnen und Anhänger des IS, sondern Zivilistinnen und Zivilisten getötet zu haben. Der Chef des Zentralkommandos der US-Streitkräfte, General Kenneth McKenzie, sprach von einem "tragischen Fehler" im Kontext des Afghanistan-Krieges.

US-Luftwaffe spricht bezüglich Kabul-Anschlag von „Ausführungsfehlern“

Bereits Anfang November kam der Generalinspekteur der US-Luftwaffe zu dem Schluss, dass der Drohnenangriff keinen Verstoß gegen das Kriegsrecht dargestellt habe. Vielmehr hätten „Ausführungsfehler“ in Verbindung mit Problemen bei der Kommunikation zum „bedauerlichen“ Tod von Zivilisten geführt.

General McKenzie und der Leiter des Kommandos für Sondereinsätze, General Richard Clarke, legten auf Grundlage des Berichts des Generalinspekteurs eine Reihe von Empfehlungen zu künftigen Drohnenangriffen vor. Sie empfahlen aber keine Strafmaßnahmen gegen die Verantwortlichen des Angriffs vom 29. August.

Attentat in Kabul durch den IS: 13 tote US-Soldaten, 170 tote Afghanen

Drei Tage vor dem Drohnenangriff hatte ein IS-Selbstmordattentäter inmitten der laufenden Evakuierungsmission am Flughafen von Kabul 13 US-Soldaten und mindestens 170 Afghanen getötet. Die US-Streitkräfte und Geheimdienste fürchteten in der Folge weitere Anschläge vor dem Ende des US-Truppenabzugs Ende August. Die Taliban hatten inmitten des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan das Land überrannt und Mitte August mit ihrem Einmarsch in Kabul die Macht wieder für sich beansprucht. (ktho/AFP)

Rubriklistenbild: © Khwaja Tawfiq Sediqi/dpa

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