Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Menschen fliehen von Afghanistan nach Pakistan. Für Frauen gestaltet sich die Flucht noch schwieriger.
+
Menschen fliehen von Afghanistan nach Pakistan. Für Frauen gestaltet sich die Flucht noch schwieriger.

Evakuierung

Frauen in Afghanistan: Flucht vor dem Terrorregime der Taliban erschwert

  • VonMax Schäfer
    schließen

Zahlreiche Menschen fliehen vor den Taliban. Für Frauen gestaltet sich das besonders schwierig - dabei haben gerade sie es nötig.

Kabul – Die USA, Deutschland und weitere westliche Verbündete versuchen nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, ihre Staatsangehörigen und Einheimische, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, vom Flughafen in Kabul zu evakuieren. Verzweifelte Menschen, die irgendwie vor den Taliban fliehen wollen und sich dabei sogar versuchen, sich an Flugzeugen festzuhalten, sorgen für Chaos.

Afghanistan: Ausweglose Lage der Frauen im Land - Evakuierung schwierig

Andrea Mitchell, Außenpolitikkorrespondentin des US-Fernsehsenders MSNBC, geht darauf ein, dass bisher kaum Frauen aus Afghanistan evakuiert werden. In der Politiksendung „The 11th Hour“ schildert die Journalistin, dass die Frauen Angst hätten, ihre Häuser zu verlassen und sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Taliban würden bereits von Haus zu Haus ziehen und Mädchen entführen, so Mitchell weiter. Die kleinen Errungenschaften der letzten 20 Jahre, Bildung und minimalen Zugewinne an Freiheit für Frauen im Land, würden durch die Taliban bereits zunichtegemacht. Aus humanitärer Perspektive sei noch zu hoffen, dass möglichst viele Frauen evakuiert werden können, so Andrea Mitchell weiter. Sie zeigte sich jedoch pessimistisch: Es gebe keinen Weg, zum Flughafen zu kommen.

Menschenrechtsaktivistin zur Lage afghanischer Frauen: „Sie sind am Arsch“

Am Montag (16.08.2021) sprach Andrea Mitchell mit der Menschenrechtsaktivistin Kimberly Motley, die selbst mehrmals in Afghanistan war. Motley kritisierte den „planlosen“ Rückzug der USA aus Afghanistan. Er sei eine „Menschenrechtsabscheulichkeit“. 20 Millionen Afghaninnen gebe es. „Sie sind alle am Arsch“, so Kimberly Motley.

Es ergebe keinen Sinn, dass die USA auch keinen Plan hätten, die Menschen, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, besonders die Frauen in Afghanistan, zu retten. Motley hebt die besondere Verantwortung hervor, den Afghaninnen zu helfen. Der erste Schritt müsse sein, die sichere Durchreise für die Menschen zu verhandeln.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), forderte ebenfalls, die gefährdeten Frauen und Mädchen in Sicherheit zu bringen. Auch sie sieht Deutschland und die Welt in der Verantwortung.

Frauen in Afghanistan: „Hart erkämpfte Rechte werden entrissen“

Auch internationale Beobachter:innen sorgen sich um das Schicksal der Frauen in Afghanistan. Die Taliban begehen nach UN-Informationen bereits jetzt schwere Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung. „Besonders entsetzlich und herzzerreißend“ seien Berichte, „wonach den afghanischen Mädchen und Frauen ihre hart erkämpften Rechte entrissen werden“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres schon am Freitag (13.08.2021).

Angst, Verzweiflung und Enttäuschung prägen die aktuelle Situation der Frauen in Afghanistan. Prominente Afghaninnen haben sich auf Twitter zu Wort gemeldet. „Ich beginne meinen Tag mit einem Blick auf die leeren Straßen von Kabul“, schreibt die Rechtsaktivistin und Politikerin Fausia Koofi, die als stellvertretende Parlamentssprecherin arbeitete. „Die Geschichte wiederholt sich so schnell.“ „Die Angst sitzt in deiner Brust wie ein schwarzer Vogel“, beschreibt die Universitätsprofessorin Muska Dastageer ihre Verzweiflung. 

Situation der Frauen in Afghanistan: Sie werden aus dem öffentlichen Raum entfernt

„Mein geliebtes Afghanistan ist vor meinen Augen zusammengebrochen“, schreibt die Fotografin Rada Akbar. Eine von Akbars jüngsten Fotografien hat traurige Berühmtheit erlangt: Darauf ist ein Mann zu sehen, der Werbefotos von lächelnden Bräuten vor einem Friseursalon übermalt. „Er entfernt Frauen aus dem öffentlichen Raum“, sagt Akbar. Schon zu Beginn des Jahres war die 33-Jährige wegen ihrer Bilder bedroht worden, die mächtige Frauen des Landes zeigen. „Ich möchte unsichtbar werden und mich vor der Welt verstecken“, sagt sie.

Während der ersten Herrschaft der Taliban durften Frauen nicht zur Schule und Universität gehen und nicht arbeiten. Afghaninnen durften nur noch mit einem männlichen Begleiter aus dem Haus. In der Öffentlichkeit mussten sie vollständig verschleiert sein. (Max Schäfer mit afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare