Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Afghanischer Bauer auf einem Opiumfeld.
+
Ein Opiumfeld in Afghanistan. Weitere Drogen könnten bald nach Europa kommen. (Archivbild)

Fachleute warnen

Afghanistan baut Drogenproduktion aus: Heroin und Meth für Europa

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
    schließen

Afghanistan ist weltweit führend im Export von Drogen. Das kriegsgebeutelte Land baut jetzt seine Kompetenzen aus – und schaut dabei auf Europa.

Kabul – Afghanistan ist ein gebeuteltes Land. In der armen Nation verdienen viele der Menschen ihr Geld mit dem Handel von Drogen, wobei der chaotische Truppenabzug von USA und NATO-Verbündeten diese Entwicklung wohl befeuern wird. Denn obwohl die Taliban im Zuge ihrer Übernahme versprachen, ein Verbot für Drogenproduktion und -handel auszusprechen, baut das Land seine Kompetenzen in genau diesen Bereichen aus. Jetzt sind auch die Behörden in Europa alarmiert, dass Heroin und Meth aus Afghanistan den Westen erobern könnten.

Schon jetzt ist Afghanistan der weltweit größte Lieferant von Opium, was zur Herstellung von Heroin genutzt wird. In den letzten Jahren wurde das Land zusätzlich immer besser darin Methamphetamin, umgangssprachlich Speed oder Meth, zu produzieren, wie die Nachrichtenagentur Al Jazeera berichtet. Diese Entwicklung hat ihren Ursprung in der Entdeckung, dass die Substanz aus einer einheimischen Pflanze gewonnen werden kann. In den letzten vier Jahren hat die Methamphetamin-Produktion derart zugenommen, dass sie die von Opium an manchen Orten bereits übersteigt.

Drogenhandel in Europa: Polizei in Deutschland beobachtet Situation in Afghanistan

Auch von Deutschland aus wird die Situation in Afghanistan beobachtet, wie ein Sprecher der Bundespolizei im Gespräch mit Al Jazeera mitteilte. Die Droge könnte auf Routen in das Land gelangen, die bereits von Opium-Schmugglern genutzt werden, und vor allem durch die Türkei und die Balkanstaaten führen. Doch es gibt Stimmen, denen die Aufmerksamkeit der Behörden in Europa nicht ausreicht.

So bemängelt David Mansfield, der die Drogensituation in Afghanistan seit Jahren beobachtet und unter anderem die britische Regierung zu dem Thema berät, dass Untersuchungen von Meth keine Schlüsse darüber zulassen, woher dieses kommt. Die Bundespolizei bestätigte dies auch für ihre Vorgehensweise. Ein Sprecher sagte dabei, dass sich dies nur auf Veranlassung einer offiziellen Behörde, wie des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, ändern würde.

Wirtschaftslage in Afghanistan maßgeblich für Drogenexport nach Europa

Die Ankündigungen der Taliban, Drogenhandel in Afghanistan zu unterbinden, sind wohl vor allem auf den Versuch zurückzuführen, international als legitime Regierung angesehen zu werden. Dies behauptete Philip Berry, der bereits zu dem Drogenkrieg in Afghanistan forschte, gegenüber Al Jazeera. Fachleute sind sich einig, dass die Gefahr für Europa damit nicht unterbunden wird, vielmehr sei die ökonomische Zukunft Afghanistans maßgebend. Sollte Afghanistan wirtschaftlich kollabieren, wird auch der Drogenhandel weiter Fahrt aufnehmen. (vbu)

Kürzlich sprach Konfliktforscher Conrad Schetter über 20 Jahre Intervention in Afghanistan, und wie man aus einer Niederlage lernen kann – oder besser: sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare