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Afghanistan: Bürgermeisterin flieht mit „Tüte über Kopf“ vor Taliban

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Von: Nadja Austel

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Zarifa Ghafari
Zarifa Ghafari. (Archivfoto) © Mandel Ngan/AFP

Zarifa Ghafari, eine der ersten Bürgermeisterinnen Afghanistan, überlebte drei Anschläge der Taliban. Nun ist sie nach Deutschland geflohen.

Kabul – Die 35.000-Einwohner-Stadt Maidan Shahr liegt etwa 45 Kilometer entfernt der Hauptstadt Kabul in Afghanistan. Im Jahr 2018 war die 27-jährige Afghanin Zarifa Ghafari hier Bürgermeisterin bis die Taliban die Macht übernahmen. Sie stellten der jungen Frau ein Ultimatum: Entweder sie räume ihr Amt oder ihre Familie werde getötet.

Sie überlebte drei Anschläge der Taliban – ihr Vater wurde von der Miliz ermordet. „Ich warte darauf, dass sie kommen und mich holen“, sagte sie gegenüber der britischen Zeitung i. „Ich kann meine Familie nicht alleine lassen. Und selbst wenn, wohin soll ich gehen?“

Afghanistan: Ghafari flieht bevor Taliban Luftbrücke unterbinden

Nun gab Ghafari ein Interview bei itv News. Wie sie dort berichtet, ist ihr die Flucht gelungen. Auf der Fahrt zum Flughafen in Kabul habe sie sich im Fußraum eines Fahrzeugs versteckt. „Wenn ein Taliban-Checkpoint kam, zog mir mein Mann eine große Tüte über den Kopf, sodass sie nicht sehen konnten, dass da jemand war”, so Ghafari. 

In das Flugzeug zu steigen, sei für sie schlimmer gewesen als das Gefühl, ihren Vater zu verlieren. „Ich vermisse mein Büro, ich vermisse die Frauen und die Kinder, die zu mir kamen und mit mir redeten, ich vermisse den Lärm in Kabul”, sagt Ghafari unter Tränen.

Taliban bedrohen die Sicherheit einer ganzen Generation

Auf die Frage, was sie den Staatsoberhäuptern der Welt mitteilen möchte, sagte sie: „Meine Botschaft ist: Mein Blut ist nicht anders als eures. Es geht jetzt um die Sicherheit einer ganzen Generation. Um die Rechte einer Generation und die Rechte einer Nation.“ (Nadja Austel)

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