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Terror

Afghanistan: Bombenanschlag auf Mädchenschule – Regierung macht Taliban verantwortlich

  • Sebastian Richter
    VonSebastian Richter
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In Afghanistan explodieren mehrere Sprengsätze nahe einer Schule. Wer für den Anschlag veranwortlich ist, bleibt unklar. Die Taliban weist Vorwürfe von sich.

Kabul – In der Hauptstadt Afghanistans explodierten am Samstagnachmittag (08.05.2021) mehrere Sprengsätze in der Nähe einer Mädchenschule. Bei dem Attentat kamen mehr als 50 Menschen ums Leben, über 100 weitere wurden verletzt, wie der Fernsehsender „Tolo News“ am Sonntag berichtete. Die Schule liegt im Dascht-e-Barchi-Viertel Kabuls, das hauptsächlich von Schiiten bewohnte Gebiet war schon in der Vergangenheit Ziel zahlreicher Terroranschläge.

Die Schülerinnen verließen gerade das Schulgelände, als am Eingang der Sayed-ul-Schuhada-Oberschule eine Autobombe explodierte. Panik brach unter den Schülerinnen aus, wenig später detonierten zwei weitere Sprengsätze, wie ein Sprecher des Innenministeriums von Afghanistan den Hergang beschrieb. Die Mehrheit der Opfer sind Schülerinnen.

Regierung in Afghanistan macht Taliban für Anschlag verantwortlich

Die Regierung machte zunächst den radikal islamistischen Teil der Taliban für die Attacke verantwortlich. Bei den Aufständigen findet sich der Ursprung der momentanen Gewalt im Land, wie der afghanische Präsident Ashraf Ghani betonte. „Die Taliban intensivieren die Gewalt und beweisen damit, dass sie kein Interesse an einem Frieden im Land haben“, sagte er „Tolo News“. Die Taliban weist die Vorwürfe zurück. Die Nation müsse „Bildungszentren und -einrichtungen schützen und betreuen“, erklärte der Taliban-Anführer Haibatullah Achundsada am Sonntag. Keine andere Gruppe hat sich zunächst zu dem Anschlag bekannt.

Im Dascht-e-Barchi-Viertel von Kabul leben überwiegend die Hazaras, eine mehrheitlich schiitische Minderheit in Afghanistan. Der „Islamische Staat“ (IS) nahm sich in der Vergangenheit immer wieder schiitische Moscheen, Kulturzentren und Bildungseinrichtungen zum Ziel von Terroranschlägen.

Bei einem Bombenanschlag in Kabul, Afghanistan, sterben mehr als 50 Menschen. Unter den Opfern sind hauptsächlich Mädchen.

Truppenabzug von Nato und USA aus Afghanistan – Sicherheitslage angespannt

Aber auch für die Taliban sind die Mädchenschulen ein Dorn im Auge. In den 1990er Jahren, als die Taliban in Afghanistan herrschte, war Mädchen es Mädchen verboten, die Schule zu besuchen. Frauen durften zudem nicht außerhalb ihres Hauses arbeiten. Nach eigenen Angaben hat die Organisation keine Anschläge mehr verübt, seit sie mit der US-Regierung im Februar 2020 einen Friedensvertrag unterzeichneten. Sie liefern sich trotzdem täglich Gefechte mit afghanischen Streitkräften.

In dem Abkommen wurde beschlossen, den längsten Kriegseinsatz der Geschichte zu beenden. Bis zum bedeutsamen Datum des 11. September 2021 will die US-Regierung alle Truppen aus Afghanistan abziehen. Ende April begannen die USA mit dem Truppenabzug – mit einiger Verzögerung, im ursprünglichen Abkommen nannten sie den 1. Mai 2021 als finales Datum. Auch die Nato will bis spätestens September die Afghanistan-Mission beenden.

Die USA nannten den jüngsten Bombenanschlag einen „barbarischen Akt“, die Vertretung der Europäischen Union in Afghanistan sprach von einem Attentat auf die Zukunft Afghanistans. Die Sorge um die Zukunft des Landes angesichts neuer Kämpfe und Anschläge wächst. (Sebastian Richter/dpa/afp/epd)

Rubriklistenbild: © Rahmat Gul/dpa

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