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Affenpocken-Infektionen steigen weltweit – Erste Todesfälle gemeldet

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Von: Alina Schröder

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Außerhalb des afrikanischen Kontinents werden nun die ersten Affenpocken-Todesfälle gemeldet. In Europa sterben zwei Männer infolge der Erkrankung.

Frankfurt – Weltweit häufen sich die Infektionen mit dem Affenpocken-Virus. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte in Deutschland seit Mai bislang mehr als 2500 Fälle aus allen 16 Bundesländern (Stand: 1. August). Auch in Hessen wurde zuletzt ein Affenpocken-Fall bekannt gegeben. Während ein Großteil der Betroffenen hierzulande wieder genesen ist, werden in anderen Ländern inzwischen die ersten Todesfälle gemeldet.

Erst Ende Juli rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund sich häufender Affenpocken-Infektionen die höchste Alarmstufe aus. Wenige Tage später gaben Gesundheitsbehörden in Spanien bereits bekannt, dass zwei Patienten der Erkrankung erlagen. Spanien verzeichnet in Europa die meisten Affenpocken-Fälle.

Erste Affenpocken-Todesfälle außerhalb Afrikas – auch in Spanien

Die beiden spanischen Patienten sind den Behörden zufolge in Krankenhäusern der Regionen Valencia und Andalusien infolge ihrer Infektion verstorben. Das Gesundheitsministerium der Region Valencia teilte am Freitagabend (29. Juli) mit, der Tod des Patienten sei „durch eine infektionsbedingte Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht“ worden. Wie die Regionalzeitung Levante berichtet, handele es sich um einen „etwa 40 Jahre alten Mann“, der in Alicante auf der Intensivstation lag.

Außerhalb von Afrikas wurden nun erste Todesfälle infolge einer Affenpocken-Infektion registriert.
Außerhalb von Afrika wurden nun die ersten Todesfälle infolge einer Affenpocken-Infektion registriert. © Sri Loganathan/Imago

Der zweite Patient aus Andalusien sei ein 31-Jähriger gewesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Demnach sei er mit einer Meningoenzephalitis, bei welcher neben dem Gehirn auch die Hirnhäute betroffen sind, auf die Intensivstation des Universitätskrankenhauses in Córdoba gebracht worden.

Mehrere spanische Experten betonten, beide Todesfälle seien wahrscheinlich auf Vorerkrankungen zurückzuführen. „In 99 Prozent der Fälle handelt es sich um eine gutartige Infektion, aber es gibt Patienten, die anfälliger sind, zum Beispiel Menschen mit Begleiterkrankungen oder Kinder“, sagte der Mikrobiologe José Antonio López Guerrero von der Madrider Universidad Autónoma der Tageszeitung El País. Hirnhautentzündungen seien bei verschiedenen Virusinfektionen nicht selten.

Internationaler Affenpocken-Ausbruch: Indien und Brasilien melden Todesfall

Auch in Brasilien und Indien wurde nun jeweils ein Todesfall infolge einer Affenpocken-Infektion gemeldet. Laut dem brasilianischen Gesundheitsministerium hat ein 41-Jähriger verschiedene Vorerkrankungen gehabt, sei immungeschwächt gewesen und habe Chemotherapien hinter sich. Wie sehr die Affenpocken zum Tod des Mannes beigetragen hätten, sei nun Teil der Untersuchungen.

Bestimmte Symptome weisen auf eine Affenpocken-Infektion hin.

Wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtet, starb im Bundesstaat Kerala am vergangenen Wochenende zudem ein 22-Jähriger an den Folgen seiner Affenpocken-Erkrankung. Das bestätigte die Gesundheitsbehörde von Kerala am Montag (1. August). Die Gesundheitsministerin Veena George sagte, der Mann sei zunächst im Ausland positiv auf das Virus getestet worden. Nach seinem Tod getestete Proben hätten das Virus ebenfalls nachgewiesen.

Die WHO hatte zuvor bereits fünf Tote in Afrika registriert. Die internationale Verbreitung der Infektionskrankheit ist Experten zufolge äußerst ungewöhnlich, bisher war sie auf afrikanische Länder beschränkt. Jedoch erwarte die WHO weltweit weiter steigende Todeszahlen. (asc/dpa)

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