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Affenpocken: Deutschland erhält Impfstoff – Niedersachsen impft bereits

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Von: Helena Gries

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Deutschland hat die ersten Dosen des über die EU bestellten Impfstoffes gegen Affenpocken erhalten. In Niedersachsen wird das Vakzin bereits verimpft.

Berlin – Anfang Mai wurden bei einem Menschen in Großbritannien Affenpocken festgestellt. Daraufhin breitete sich das Virus weltweit aus. Nun ist der erste Impfstoff gegen Affenpocken in Deutschland angekommen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides teilte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag (2. Juli) mit, dass die Lieferung über die neue EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen (Hera) ermöglicht wurde. Über diese habe die EU schnell reagieren und den Impfstoff für Mitgliedstaaten kaufen können, erklärte die Kommissarin.

Nach Angaben aus Brüssel sollen mit der ersten Lieferung rund 5300 Impfdosen nach Deutschland kommen. Die EU hatte Mitte Juni vorerst insgesamt rund 110.000 Dosen der dritten Generation bei dem Unternehmen Bavarian Nordic bestellt, die nun nach und nach in Mitgliedsländer sowie nach Norwegen und Island ausgeliefert werden.

Affenpocken-Impfstoff: Niedersachsen hat mit Impfungen gegen Affenpocken-Virus begonnen

In einem Bundesland in Deutschland haben die Impfungen gegen das Affenpockenvirus bereits begonnen. In Niedersachsen wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover in HIV-Schwerpunktpraxen bereits geimpft. Bund und Länder hätten dies vereinbart. Bis Freitag (01. Juli) seien in Niedersachsen 18 PCR-bestätigte Fälle von Affenpocken-Infektionen übermittelt worden, das teilte das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) mit. Bei den betroffenen Personen handele es sich um Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Frau erhält eine Impfung.
In Deutschland ist der erste Impfstoff gegen Affenpocken angekommen. In einem Bundesland wird das Vakzin bereits verimpft. (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa

Affenpocken: RKI registriert bisher 1054 Infektionen in Deutschland

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) mit Stand vom Freitag (01. Juli) 1054 Infektionen von Affenpocken registriert. Die eigentlich seltene Virus-Erkrankung, von der weltweit zuletzt mehrere Tausend Fälle nachgewiesen wurden, überträgt sich nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die allermeisten Betroffenen Männer, die Sex mit Männern haben.

Generell könne sich aber jeder durch engen körperlichen Kontakt infizieren. Wie das RKI außerdem mitteilte, macht sich eine Affenpocken-Infektion durch mehrere Symptome bemerkbar. Eine Impfung gegen Affenocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. (hg/dpa)

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