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Affenpocken in Deutschland: RKI meldet 44 Fälle in acht Bundesländern

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Die Zahl der RKI der Affenpocken-Fälle in Deutschland steigt weiter. Die WHO hält das Verbreitungspotential im Sommer für hoch. Der News-Ticker.

Update vom 1. Juni, 10.05 Uhr: In Deutschland sind inzwischen 44 Affenpocken-Fälle (Vortag: 33) gemeldet worden, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch (1. Juni) mit. Auch Hamburg und Brandenburg sind demnach betroffen. Das bedeutet, dass aus acht Bundesländer – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt – Affenpocken-Fälle an das RKI übermittelt wurden.

Affenpocken: WHO warnt vor Festivals und großen Partys in Europa

Update vom 1. Juni, 9.41 Uhr: Nach der Corona-Pause startet endlich wieder die Festivalsaison in Europa. Große Partys sind für die Ausbreitung der Affenpocken gefährlich, warnt die WHO Europa. „Das Potenzial für eine weitere Übertragung in Europa und anderswo im Sommer ist hoch“, heißt es in einer Erklärung des WHO-Regionaldirektors für Europa, Hans Henri Kluge. 

Festivals und Feiern in den kommenden Monaten böten aber auch die Möglichkeit, um bei jungen, sexuell aktiven und mobilen Menschen das Bewusstsein für die Krankheit zu steigern und das Schutzverhalten zu stärken.

WHO Europa: Affenpockenvirus kann jeden treffen

Untersuchungen zu den bisherigen Fällen lassen Kluge zufolge darauf schließen, dass der Ausbruch in der Region bereits Mitte April im Gang gewesen sei. Es handle sich um den größten und geografisch am weitesten verbreiteten Affenpocken-Ausbruch, über den jemals außerhalb der Endemiegebiete in West- und Zentralafrika berichtet worden sei. Im Zusammenhang mit der Aufhebung von Corona-Maßnahmen, die Reisen und Großveranstaltungen eingeschränkt hatten, sei es zu einer schnellen, verstärkten Übertragung gekommen. Auch wenn viele bisherige Fälle mit sexuellen Aktivitäten in Verbindungen stünden, dürfe man nicht vergessen, dass das Virus jeden treffen könne.

Affenpocken-Ausbreitung muss eingedämmt werden

Da das Virus sich nicht auf den gleichen Wegen wie Sars-CoV-2 verbreite, seien nach derzeitigen Erkenntnissen keine so umfassenden Maßnahmen auf Bevölkerungsebene wie bei Corona nötig, so Kluge. „Aber – und das ist wichtig – wir wissen noch nicht, ob wir seine Ausbreitung vollständig eindämmen können“, hieß es. Um dies zu schaffen, müssten Ansteckungen etwa durch klare Kommunikation, Isolierung von Infizierten und effektive Kontaktnachverfolgung reduziert werden.

Affenpocken in Deutschland: Zwölf neue Fälle – RKI erwartet weitere

Update vom 31. Mai, 12.15 Uhr: 12 weitere Affenpocken-Fälle sind in Deutschland nachgewiesen worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 33 Affenpocken-Fälle aus sechs Bundesländern gemeldet worden (Vortag: 21 Affenpocken-Fälle). Die Virusinfektionen sind demnach in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, und Sachsen-Anhalt aufgetreten. Weitere Fälle sind laut dem RKI zu erwarten. Die Betroffenen waren zuvor nicht in afrikanische Länder gereist, in denen das Virus endemisch ist, so das RKI. Aktuell seien insbesondere Männer, die sexuelle Kontakte zu anderen Männern hatten, betroffen. Für die Übertragung des Erregers sei ein enger Kontakt erforderlich, „deshalb kann gegenwärtig davon ausgegangen werden, dass der Ausbruch begrenzt werden kann.“

Affenpocken-Fall am Flughafen Bangkok – zwölf Passagiere und Flugbegleiter in Quarantäne

Update vom 31. Mai, 6.15 Uhr: Nach Kontakt mit einem Affenpocken-Patienten werden zwölf Passagiere und Flugbegleiter in Thailand 21 Tage lang medizinisch beobachtet. Der nachweislich Infizierte war von Europa auf der Durchreise nach Australien und hatte sich zwei Stunden auf dem Flughafen in Bangkok aufgehalten. Der Mann hatte Symptome einer Affenpocken-Infektion nach seiner Ankunft in Australien entwickelt.

Das bestätigte Chakkrarat Pitthaya, Direktor der Epidemiologie-Abteilung der Behörde für Seuchenkontrolle. Das Risiko, dass sich die Kontaktpersonen angesteckt hätten, sei jedoch gering. Bisher zeigten sie keine Symptome.

Update vom 31. Mai, 6.09 Uhr: Ein Münchner Virologe mahnt zur Eile bei den Affenpocken. Der internationale Ausbruch sei eine große Unbekannte. Aus Afrika kenne man nur sehr kurze Infektketten, die sich nach maximal sechs Infizierten totlaufen.

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r).
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r). © Cynthia S. Goldsmith/dpa

Großbritannien meldet weitere Affenpocken-Fälle: Menschen sollen auf Flecken, Blasen und Geschwüre achten

Update vom 30. Mai, 20.36 Uhr: 71 weitere Fälle von Affenpocken sind in Großbritannien nachgewiesen worden. Damit steigt die Zahl der bislang in bestätigten Fälle auf 179, wie die britische Gesundheitsbehörde am Montagabend mitteilte. Kontaktpersonen von Infizierten werden in Großbritannien kontaktiert. Menschen mit besonders hohem Risiko wird empfohlen, sich für bis zu drei Wochen zu isolieren.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen, weiterhin auf neue Flecken, Blasen oder Geschwüren zu achten und im Zweifelsfall ihre Kontakte einschränken, hieß es von einer Gesundheitsexpertin der Behörde.

Affenpockenfälle in Deutschland steigen laut RKI auf 21

Update vom 30. Mai, 13 Uhr: Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Deutschland steigt auf 21. Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag mit. Aus sechs Bundesländern – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt – sind demnach Affenpocken-Fälle gemeldet worden. Am Freitag waren dem RKI 16 Fälle bekannt gewesen.

Das Besondere an den Fällen ist laut RKI, dass die Patienten zuvor nicht in Länder in Afrika gereist waren, in denen Affenpocken endemisch sind. Zudem könnten viele Übertragungen offenbar im Rahmen sexueller Aktivitäten passiert sein. „Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer“, teilt das RKI zudem mit. Weitere Fälle seien in Deutschland zu erwarten. Die Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das RKI nach derzeitigen Erkenntnissen als gering ein. 

RKI zu Quarantäne bei Affenpocken: Das sollten Personen mit Risikofaktoren beachten

Update vom 30. Mai, 11.07 Uhr: Was ist bei einer festgestellten Affenpocken-Infektion zu beachten? Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist via Twitter erneut auf die wichtigsten Punkte für Patientinnen, Patienten und Haushaltsangehörige bei einer bestätigten Affenpocken-Infektion hin. Personen mit Risikofaktoren sollten nach Möglichkeit nicht mit Affenpocken-Infizierten im gleichen Haushalt untergebracht sein, so das RKI. Dazu gehören demnach Personen mit einem unterdrückten Immunsystem, schwangere Frauen, kleine Kinder unter 12 Jahren oder hochaltrige Personen. Bei Personen mit Risikofaktoren könne eine Infektion mit dem Affenpockenvirus auch schwer verlaufen, warnt das RKI.

In einem Flyer zum Affenpockenvirus hat das RKI alle wichtigen Infos zusammengefasst. Die Isolation bei einer Affenpockenvirus-Infektion dauert - bis Schorf und Krusten abgeheilt bzw. abgefallen sind, jedoch „mindestens 21 Tage“.

Lauterbach: Affenpocken-Impfstoff kommt im Juni – Einsatz aber wohl immer Einzelfallentscheidung

Erstmeldung vom 30. Mai 2022

Berlin – Karl Lauterbach sieht keine Gefahr einer Affenpocken-Pandemie, aber: „Trotzdem ist es keine schöne Erkrankung. Wir müssen das eindämmen. Wir wollen auch nicht, dass es sich festsetzt“, so der Gesundheitsminister im „Bericht aus Berlin“ (ARD) vom 29. Mai.

Der SPD-Politiker sagte in der Sendung, er rechne damit, dass 40.000 Einheiten in den ersten beiden Juni-Wochen nach Deutschland geliefert würden und weitere „200.000 Einheiten danach“. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet, man warte nun noch auf die Antwort des Unternehmens. Dann solle auch ein Impfkonzept für Deutschland entwickelt werden.

Affenpocken-Impfung wohl immer „Einzelfallentscheidung“

Experten rechnen nicht mit einer Impfung gegen die Affenpocken für die breite Bevölkerung. „Die Impfung wird hier, soweit derzeit absehbar, immer nur eine Einzelfallentscheidung sein“, sagte Epidemiologe Gérard Krause bei einem Pressebriefing des Science Media Centers (SMC) am Freitag. „Das ist sicherlich keine Sache, die sozusagen generell von der Stiko empfohlen und dann in der Breite angeboten werden wird.“ Eine Impfung gegen die Affenpocken werde ein fokussiertes Instrument für besondere Situationen in einer begrenzten, klar umschriebenen Bevölkerungsgruppe sein, so der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI).

In Frankreich sind zwei Menschen mit Risikokontakt zu Affenpocken-Infizierten gegen das Virus geimpft worden. Wie die Nachrichtenagentur dpa von der Gesundheitsgeneraldirektion erfuhr, ließen sich beide Menschen am Freitag in einem Krankenhaus in Paris eine Dosis des Pockenimpfstoffs Imvanex verabreichen. Die oberste französische Gesundheitsbehörde hatte eine Impfung nach einem Risikokontakt zuvor empfohlen.

Bereits vor Auftauchen der Affenpocken in Europa gab es einen Impfstoff dagegen. Imvanex ist zwar hierzulande bislang nur gegen Menschenpocken zugelassen, Experten gehen aber auch von einer guten Wirksamkeit bei Affenpocken aus. Mit Impfungen im Bereich bekannter Infektionscluster könnte das Ausbruchsgeschehen wahrscheinlich deutlich eingegrenzt werden, sagt Ralf Bartenschlager vom Universitätsklinikum Heidelberg.

Affenpocken in Deutschland: Lauterbach bestellt erste Impfdosen gegen Pocken

In mehreren Staaten in West- und Zentralafrika sind die Affenpocken endemisch, sie treten dort also dauerhaft und gehäuft auf. Zuletzt wurden Affenpocken aber auch in mehr als 20 anderen Ländern festgestellt - unter anderem gab es Affenpocken-Fälle in Deutschland.

Affenpocken sind verwandt mit den Pocken, an denen jahrhundertelang jährlich Millionen Menschen starben, bis die Krankheit 1980 ausgerottet wurde. Die Affenpocken sind aber erheblich weniger gefährlich. Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder, ein tödlicher Verlauf ist selten.

Lauterbach hatte bereits mitgeteilt, dass sich Deutschland „bis zu 40.000 Dosen“ Pockenimpfstoff gesichert habe. Das Vakzin namens Imvanex sei in den Vereinigten Staaten gegen Affenpocken zugelassen, hatte er gesagt. Es gehe darum, vorbereitet zu sein auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen von Infizierten. (AFP/dpa/frs)

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