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Die Gruppe „United Colors Of Change“ will den Namen der „Hof-Apotheke zum Mohren“ in Friedberg ändern.
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Im Rassismus-Streit um die Friedberger „Hof-Apotheke zum Mohren“ hat sich jetzt die AfD eingeschaltet.

„Hof-Apotheke zum Mohren“ in Friedberg

„Psychischer Terror“: AfD wettert über Rassismus-Streit – Apotheken-Inhaberin bezieht Stellung

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Im Rassismus-Streit um den Namen der Friedberger „Hof-Apotheke zum Mohren“ sind die Fronten verhärtet. Jetzt schaltet sich auch noch die AfD ein - mit einem hetzerischen Antrag.

Friedberg – Jetzt ist sogar die AfD involviert. Seit über einem Jahr lodert der Namensstreit um die „Hof-Apotheke zum Mohren“ in der Stadt Friedberg. Das Feuer der Rassismus-Debatte, es brennt nach wie vor. Mal mehr, mal weniger stark. Erst vor wenigen Monaten hatten die Aktivist:innen von „United Colors Of Change“ eine Demonstration vor der Friedberger Apotheke veranstaltet. Es war die zweite dieser Art binnen eines Jahres.

Geändert hat sich der Name der Apotheke bisher nicht, die Fronten scheinen verhärtet. Dabei hatten sich beide Parteien, sowohl die Apotheken-Fraktion um Inhaberin Kerstin Podszus als auch Vertreter:innen von „United Colors Of Change“, zwischenzeitlich zu einem Gespräch an einen Tisch gesetzt. Ende 2020 war das. Das Ergebnis: Es gab keines.

AfD schaltet sich in Rassismus-Streit um Friedberger „Hof-Apotheke zum Mohren“ ein

Doch zurück zur Demo im Sommer 2021 und vor allem: zur AfD. Denn nur wenige Tage nach der Demonstration vor der Hof-Apotheke in Friedberg reichte die AfD-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag im Wetterauer Kreistag ein. Darin fordert Michael Kuger, Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag Wetterau, dass sich der Kreistag gegen eine Umbenennung der „Hof-Apotheke zum Mohren“ stellen möge.

Besagter Antrag liegt der FR vor. Darin heißt es wortwörtlich als Forderung der AfD: „Der Wetterauer Kreistag stellt sich uneingeschränkt gegen Versuche, eine Umbenennung der alteingesessenen Hof-Apotheke zum Mohren in Friedberg herbeiführen zu wollen.“ Im Antrag schreibt die AfD weiter, die Aktivist:innen würde sich „über geltendes Recht“ stellen. Dies sei ein „Angriff auf unsere Kultur und Identität“, mehr noch: Es „zeugt von totalitären Zügen“. Inwiefern sich „United Colors Of Change“ über geltendes Recht gestellt haben soll, steht in dem Antrag nicht.

Aus Perspektive der AfD sei es „Aufgabe des Kreises, sich hinter die Besitzerin zu stellen, um dem psychischen Terror entgegenzuwirken“. Eine weitere Begründung erfolge mündlich. Der Antrag wurde vom Wetterauer Kreistag abgelehnt. Eine Reaktion oder ein Kommentar durch den Kreistag auf den Antrag der AfD erfolgte nicht.

Nach AfD-Antrag: Friedberger Apotheken-Inhaberin bezieht Stellung

Stattdessen hatte die Fachstelle für Demokratieförderung und phänomenübergreifenden Extremismusprävention (DEXT) Anfang September eine Stellungnahme zum Antrag der AfD verfasst. Offiziell veröffentlicht wurde diese nie. Darin heißt es unter anderem: „Sprachlich wird der Antrag von rassistischen Bildern und antidemokratischen Begriffen dominiert. Somit fordert er nicht nur die freiheitlich Demokratische Grundordnung zu missachten, sondern stellt auch die Universalität der Menschenrechte in Frage.“ Dem gelte es entschieden entgegen zu wirken, so die DEXT.

Zudem wird in der Stellungnahme darauf hingewiesen, „dass es sich bei den erwähnten Demonstrationen um angemeldete Kundgebungen handelt, deren Ziel ein offener und aufklärerischer Dialog ist“. Daher gelte für die anderen politischen Fraktionen im Kreistag, dass es nicht reiche, „den Antrag lediglich abzulehnen und derlei Inhalte zu ignorieren“. Vielmehr „bedarf es aus Sicht der DEXT Fachstelle einer gesamtgesellschaftlichen, kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik“.

Dass die AfD im Namensstreit nun der Friedberger Apotheke zur Seite springt, findet Inhaberin Kerstin Podszus „schlimm“, wie sie gegenüber der FR betont. Sie wolle mit der AfD „nichts zu tun haben“, erklärt Podszus auf Nachfrage. Unklar ist, wie es jetzt in der Rassismus-Debatte weitergeht. Aus Sicht von Podszus ist der Streit seit der Demo im Sommer enorm abgeflacht. Die Namensänderung ihrer Apotheke hat und hatte sie stets abgelehnt. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen. (nc)

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