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Die AfD hat in Bayern offenbar unfreiwillige Kandidaten für eine Gemeinderatswahl nominiert.

Überraschende „Ehre“ 

AfD nominiert unfreiwillige Kandidaten – „Wir sind übertölpelt worden“

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Die AfD soll bei einer Gemeinderatswahl in Bayern Menschen gegen ihren Willen als Kandidaten aufgestellt haben. Die Betroffenen sind irritiert. 

  • Nicht nur in Thüringen, auch in Bayern sorgt die AfD für Aufsehen. 
  • Für eine Gemeinderatswahl soll die Partei Kandidaten gegen ihren Willen nominiert haben. 
  • Unter den Nominierten befinden sich eine 96 Jahre alte Frau sowie ein Alzheimer-Patient. 

Nach dem Wahl-Debakel in Thüringen fällt eine weitere Maske der AfD. Offenbar hat die Partei in Vaterstetten (Bayern) drei Bürger gegen ihren Willen für die Gemeinderatswahl nominiert. Darunter sind eine 96 Jahre alte Frau sowie ein Alzheimer-Patient. 

AfD: Partei nominiert unfreiwillige Bürger für Gemeinderatswahl 

Zu der Aufstellung soll es gekommen sein, nachdem der örtliche AfD-Gemeinderat Manfred Schmidt die drei Personen um Unterstützung gebeten hatte, wie „Merkur.de“ berichtet. Er sei Ende 2019 bei den jetzt Nominierten vorbeigekommen, habe ihnen einen Zettel vorgelegt und um eine Unterschrift gebeten. Den Parteinamen AfD habe er jedoch nicht genannt. 

Die Kandidaten: Helga Steinberger, 66 Jahre alt, ihr Mann Robert (74)und ein Alzheimer-Patient, sowie die 96 Jahre alte Emma Eglseer. Bei den Nominierten herrscht völliges Unverständnis über die unfreiwillige Ehre. „Wir sind übertölpelt worden“, sagt Helga Steinberger. Inzwischen klingele ihr Telefon unaufhörlich, Freunde und Bekannte würden sich erkundigen, was sie als Kandidatin „bei der Nazi-Partei“ wolle. 

AfD-Nominierung in Bayern: „Wir sind übertölpelt worden“

„Ich weiß, dass man nichts unterschreiben soll, bevor man es ganz gelesen hat“, sagt Steinberger. Sie fühle sich jedoch übergangen, sowohl von der AfD als auch von Schmidt als Privatmann, den sie, ihr Mann und ihre Mutter persönlich kennen. Er selbst kandidiere auf Platz 3 der AfD in der Gemeinderatsliste. Schmidt wies die Vorwürfe entschieden zurück, sie seien „völlig aus der Luft gegriffen“. Der Gemeinderat will stets klar zu erkennen gegeben haben, dass es sich bei den Unterschriftensammlungen um die AfD handele. 

Schmidt habe auch keine Skrupel, eine 96 Jahre alte Frau für eine Kandidatur zu gewinnen. „Die alten Menschen haben ein Recht darauf, bis zum letzten Atemzug mitzugestalten und nicht nur verwaltet zu werden.“ 

Thüringen: Kemmerich (FDP) wird mithilfe der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt. Das Spiel der Höcke-Fraktion war durchschaubar. Die CDU hat mitgespielt. Ein Kommentar.*

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