Sommersemester startet

Ärger um Plätze im Studentenwohnheim wegen Corona-Pandemie

Normalerweise herrscht in studentischen Wohnheimen Ende März bis Anfang April reger Betrieb: Die Zimmer werden zum Semesterwechsel teilweise neu belegt. Doch wegen Corona ist alles anders. Manches Studentenwerk reagiert aber offenbar eher unflexibel.

An vielen Hochschulstandorten hat an diesem Mittwoch (1. April) der Wechsel in den Studentenwohnheimen stattgefunden: Der eine zieht aus, die nächste ein. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist das gar nicht so leicht. Nicht nur, weil Freunde nicht mehr beim Umzug helfen dürfen, sondern auch, weil eine Abreise vom Studienort nicht erlaubt ist. Zudem gibt es offenbar an einigen Hochschulstandorten Probleme mit den Mietverträgen von Studentenwerken - etwa in Würzburg, wie die dortige Studierendenvertretung beklagt. 

Das Studentenwerk lege ein „höchst unsolidarisches Verhalten“ an den Tag, hieß es. „Mit großem Entsetzen“ habe der Sprecherinnen- und Sprecherrat festgestellt, dass das Studentenwerk aktuell nicht bereit sei, Verträge für Wohnheimplätze von ausländischen Studierenden, die momentan nicht einreisen dürften, komplett aufzulösen. Stattdessen werde ihnen eine verkürzte Kündigungsfrist von einem Monat angeboten, allerdings nur wenn sie nachweisen könnten, dass sie ihr Studium in Würzburg nicht wie geplant antreten können. Studierende, die ihr Zimmer nun behalten wollten, weil wegen der Pandemie kein Umzug möglich sei, werde indes keine Verlängerung des Mietvertrags angeboten. Das Studentenwerk weist die Kritik in einem einseitigen Schreiben scharf zurück. Darin ist unter anderem die Rede davon, dass man sich mit den anderen bayerischen Studentenwerken „auf eine einheitliche vorläufige Vorgehensweise geeinigt“ habe. Das Studentenwerk erläuterte, dass man an den Mietverträgen grundsätzlich festhalte, allerdings nun eine verringerte Kündigungsfrist von einem Monat einräume. Es müsse somit „maximal eine Monatsmiete“ bezahlt werden, nachdem man eine Aufhebung des Mietvertrages beantragt habe. Studierenden aus dem Ausland habe man bereits im März Aufhebungsverträge zugesandt. 

Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg teilte dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit, man verfahre „unter Vorbehalt einer Prüfung des Einzelfalls“ generell großzügig, „wie es angesichts der außergewöhnlichen Situation geboten ist“. Bislang habe man in keinem Fall auf die Einhaltung oder Auflösung eines Mietvertrages bestanden, sagte eine Sprecherin. Betroffen seien etwa ausländische Studierende, beispielsweise im Rahmen von Austauschprogrammen, die nicht einreisen dürfen, oder bei Studenten, die ihren Wohnheimplatz länger bräuchten und zur Risikogruppe gehörten, hieß es weiter. Auch in München weiß man offenbar nichts von einer einheitlichen Linie aller bayerischen Studentenwerke. Man versuche auf die „besonderen Umstände“ flexibel zu reagieren und für jeden Betroffenen eine Lösung zu finden - etwa, indem in manchen Fällen Mietverträge unbürokratisch verlängert oder die strikten Umzugstermine zum 1. April aktuell nicht so streng eingehalten werden müssen. Man reagiere „aktuell individuell auf jede einzelne Situation“, um Studierende in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen. So sei die Unterzeichnung von Mietverträgen momentan ausnahmsweise nicht vor Ort nötig, hieß es. (epd)

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