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Krankschreibung: Was sich mit dem neuen eAU-Verfahren ändert

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Von: Kilian Bäuml

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Arbeitnehmende sollen sich in Zukunft schneller und einfacher krankmelden können. Mit dem eAU-Verfahren können Krankmeldungen digitalisiert werden.

Frankfurt – Bisher sind Arbeitnehmende verpflichtet, innerhalb von drei Tagen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Diese wird bislang nur ausgedruckt in Papierform dem Arbeitgebenden vorgelegt. Ab 2023 soll die Bescheinigung digital direkt an den Arbeitgebenden gehen.

Die neue System wird eAU-Verfahren genannt – „e“ für elektronisch, „AU“ für Arbeitsunfähigkeit. Bis Ende des laufenden Jahres müssen alle Praxen auf das neue Verfahren umstellen. Bereits im letzten Jahr gab es eine Änderung und ein gelber AU-Schein wurde eingeführt. Diese neuen Änderungen ergeben sich durch das neue eAU-Verfahren:

Patent reicht Krankenkarte
In Zukunft sollen Krankmeldungen elektronisch übermittelt werden. (Symbolbild) © Daniel Ingold/Imago

Änderungen bei Krankschreibung: Das ist das eAU-Verfahren

Beim eAU-Verfahren übermitteln Praxen noch am Tag des Praxisbesuches die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit elektronisch an die Krankenkasse. Diese stellt dem Arbeitgebenden die Daten elektronisch zur Verfügung. „Die Version für Arbeitgebende können diese bei Bedarf bei den Kassen abrufen“, sagte Helge Dickau vom GKV-Spitzenverband. Eine Information darüber erhalten Versicherte nicht. Zuerst wird das Verfahren für gesetzlich versicherte Personen eingeführt. Privatbehandelnde und Patient:innen, Behandelnde im Ausland, Rehabilitationseinrichtungen und Physio- sowie Psychotherapierende sind an dem Verfahren vorerst noch nicht beteiligt.

Krankmeldung mit eAU-Verfahren: „Ein wichtiger Schritt“

Die eAU soll Bürokratie und Zettelwirtschaft abbauen und dadurch die Versicherten entlasten. Es sei „ein wichtiger Schritt hin zur papierlosen Praxis“, sagte Dickau. Während der Einführungsphase wird noch mit Unregelmäßigkeiten gerechnet. Für Beschäftigte macht das jedoch keinen Unterschied: „Da den Arbeitnehmer hieran keine Schuld trifft, darf ihm daraus auch kein Nachteil entstehen.“

Vorerst erhalten die Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden zusätzlich zur digitalen Krankmeldung auch eine gedruckte Variante. Für die Übergangszeit wird Arbeitnehmenden empfohlen, auch auf diese zu bestehen, falls es Probleme mit dem System gibt, empfiehlt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Mit der gedruckten Krankmeldung kann der Arbeitnehmende seine Arbeitsunfähigkeit auch belegen, falls der Arbeitgebende sie anzweifelt „Nur so sichert der Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung und vermeidet eine Abmahnung oder Kündigung wegen Untätigkeit“.

eAU-Verfahren: Das bleibt gleich beim neuen System zum Krankmelden

Braucht eine Person eine Krankmeldung, muss sie weiterhin rechtzeitig eine Praxis aufsuchen und sich darum kümmern. Ebenfalls gleich bleibt, dass der Arbeitnehmende den Arbeitgebenden selbst über die Erkrankung informieren muss. Das gilt auch für die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Der Arbeitgebende erfährt durch die Krankmeldung nur, in welcher Praxis der Arbeitnehmende war. „Er erfährt lediglich, ob die Fortdauer einer Arbeitsunfähigkeit oder eine erneute Arbeitsunfähigkeit auf derselben Krankheit beruht“, sagte Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Das System soll nur über zertifizierte Systeme funktionieren, um den Datenschutz zu gewährleisten. (kiba/dpa)

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