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Das Coronavirus breitet sich in Italien mit zuletzt rund 280 Angesteckten immer weiter aus. Vor allem die Regionen Lombardei und Venetien sind betroffen.

Ausbreitung verhindern

Wie ändern sich die Reisebestimmungen?

Länder reagieren unterschiedlich auf die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2.

Weltweit erkranken Menschen an der durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit Covid-19. Dies führt auch dazu, dass für Reisende vieles anders läuft als gewohnt. Wer aus China oder anderen besonders von dem Virus betroffenen Ländern wie Südkorea, Japan, Iran und Italien nach Deutschland fliegt, muss aktuell seine Daten abgeben. Sogenannte Aussteigerkarten sollen sicherstellen, dass alle Reisenden schnell kontaktiert werden können, wenn sich herausstellt, dass ein Fluggast infiziert ist, so der gemeinsame Krisenstab von Gesundheits- und Innenministerium.

Aussteigerkarten sollen auch im grenzüberschreitenden Verkehr mit Zügen und Bussen ausgefüllt werden. Im Schiffsverkehr werde dies angeordnet. Auch in anderen Ländern reagieren die Behörden mit verstärkten Kontrollen. Konkrete Informationen hierzu bietet das Auswärtige Amt (AA) in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen. Die einzelnen Länderseiten werden stets aktualisiert. Reisende können für ihr Ziel nachschauen, welche offiziellen Informationen es gibt.

Ein Überblick über betroffene Reiseziele:

In Italienwerden Reisende laut dem auswärtigen Amt derzeit vermehrt kontrolliert, um Erkrankte zu identifizieren. Einige Regionen im Norden sind durch lokale Behörden abgeriegelt. Das Ein- und Ausreiseverbot wurde in zehn Orten verhängt – in der Provinz Lodi südöstlich von Mailand in der Region Lombardei und in der Stadt Vò Euganeo in Venetien.

In Frankreich, Spanien, Österreich und Tschechien werden Reisende derzeit ebenfalls verstärkt kontrolliert. Wie in Italien müssen sich Reisende laut Auswärtigem Amt auf das Auftreten von Krankheitsfällen, Quarantänemaßnahmen und Einreisesperren einstellen.

In Japandürfen ausländische Reisende, die aus den chinesischen Provinzen Hubei oder Zhejiang kommen, überhaupt nicht mehr ohne weiteres einreisen. Reisende sollten sich also gegebenenfalls bei der zuständigen japanischen Auslandsvertretung über die aktuell geltenden Einreisebestimmungen informieren, empfiehlt das Auswärtige Amt.

In Vietnamgilt für Ausländer, die vom chinesischen Festland oder aus den südkoreanischen Provinzen Daegu und Gyeongsangbuk kommen, eine generelle Einreisesperre. Reisende, die aus anderen Provinzen Südkoreas einreisen – und sei es bloß im Transit –, müssen sich einer Befragung unterziehen und stehen unter 14-tägiger Beobachtung. Reisende sollten sich im Zweifel mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen.

In Südkoreamüssen Reisende mit Beschränkungen und mit dem Verbot öffentlicher Veranstaltungen rechnen. Insbesondere von Reisen in die östliche Provinz Gyeongsangbuk-do und in die Stadt Daegu werde derzeit abgeraten, schreibt das Auswärtige Amt im Reisehinweis.

Im Iranrät das Auswärtige Amt von Reisen in die Provinz Ghom derzeit vorsorglich ab. Außerdem fordern die iranischen Behörden den Angaben zufolge selbst dazu auf, nicht erforderliche Reisen in die Städte Teheran, Arak und Gilan abzusagen oder zu verschieben.

In Chinamüssen Einreisende derzeit damit rechnen, dass sie eine Quarantäne von 14 Tagen durchlaufen müssen. Diese Entscheidung kann sich je nach Stadt unterscheiden. Reisende sollten vorab nach den geltenden Bestimmungen vor Ort fragen, rät das Auswärtige Amt. Für Reisende nach Peking, die aus dem Ausland über einen internationalen Flug ankommen und sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in China aufgehalten haben, gilt die offizielle 14-tägige Quarantänezeit derzeit nicht. Das Auswärtige Amt rät allerdings bis auf weiteres generell von Reisen in die Volksrepublik China ab, die nicht notwendig sind – mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao. Vor Reisen in die Provinz Hubei wird sogar gewarnt. Reisende sollten bedenken, dass sich Aufenthalte in China auf die Einreisemöglichkeiten in andere Länder auswirken können. Wer sich weiter informieren möchte: Das Robert-Koch-Institut (RKI) listet online aktuelle Fallzahlen, betroffene Länder und Informationen zu Risikogebieten auf. 

dpa

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