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In Sierra Leone kommt einer der größten Diamanten unter den Hammer.

Sierra Leone

700-Karat-Diamant in Afrika trotz Millionengebot nicht verkauft

Für eine Halskette ist der Stein zu schwer: Es ist einer der größten je gefundenen Diamanten. Nun soll der Edelstein in Belgien unter den Hammer kommen.

Eine Auktion in Sierra Leone für einen der größten je gefundenen Diamanten ist trotz eines Millionengebots ergebnislos zu Ende gegangen. Der mehr als 700 Karat schwere Diamant soll nun in Belgien versteigert werden, um mehr internationale Bieter anzuziehen, wie die Regierung erklärte. Das höchste Gebot für den seltenen Edelstein kam von einer britischen Firma und lag bei knapp 7,8 Millionen US-Dollar (7,2 Millionen Euro), die Regierung hatte jedoch einen höheren - nicht bekanntgegebenen - Mindestpreis gesetzt.

Ein Pastor hatte den Diamanten in einer Mine gefunden und im März an die Regierung des westafrikanischen Landes übergeben. Der 39-jährige Emmanuel Momoh zeigte sich nach der Auktion vom Donnerstag sehr zufrieden. „Ich war an allen Schritten beteiligt - dem Wiegen, Reinigen und Versteigern des Diamanten“, sagte der Pastor. „Alles läuft sehr transparent ab, ich bin mit dem Ablauf sehr zufrieden.“

Ein Karat entspricht 0,2 Gramm, der Diamant wiegt also mehr als 140 Gramm. Wann und wo der Stein in Belgien versteigert werden soll, blieb zunächst unklar. Die belgische Stadt Antwerpen gilt als eines der größten Handelszentren für Diamanten.

In Sierra Leone war schon 1972 mit dem „Stern von Sierra Leone“ ein Riesendiamant aufgetaucht. Mit einem Rohgewicht von 969 Karat wurde dieser später in 17 Steine aufgeteilt. Diamanten von spektakulärer Größe sind selten. Rohedelsteine mit mehreren Hundert Karat werden nach ihrem Fund in der Regel zerteilt und geschliffen.

Sierra Leone mit rund sechs Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen. Der illegale Handel mit Diamanten hat aber auch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg (1991-2002) mitfinanziert, dem Zehntausende Menschen zum Opfer fielen. (dpa)

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