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Die Verteidigungsministerin rief - und mehr als 2000 Freiwillige meldeten sich für einen Einsatz im Kampf gegen die Ebola-Seuche.
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Die Verteidigungsministerin rief - und mehr als 2000 Freiwillige meldeten sich für einen Einsatz im Kampf gegen die Ebola-Seuche.

Bundeswehr

4500 Freiwillige für Ebola-Einsatz

  • Holger Schmale
    VonHolger Schmale
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist „bewegt und überwältigt“ über das Echo auf ihren Aufruf.

Wenn alle Tagesbefehle der Verteidigungsministerin solche eine Resonanz auslösen würden, hätte Ursula von der Leyen vermutlich weniger Probleme mit der Bundeswehr. Am vergangenen Montag hatte sie auf diesem Wege die Soldaten und die zivilen Mitarbeiter aufgerufen, sich freiwillig für einen Einsatz im Kampf gegen die Ebola-Seuche zu melden. Bis Freitag hatten sich weit mehr als 4500 Freiwillige gemeldet, und die Telefone der „Task Force Ebola“ des Bundeswehr-Sanitätsdienstes in Koblenz standen nicht still. Diese Reaktion hat die Ministerin und Ärztin von der Leyen „bewegt und überwältigt.“

Hauptaufgabe der Verantwortlichen ist es jetzt, die Berufe und Qualifikationen der Interessenten sowie ihren Impfstatus zu prüfen. Gesucht wird vor allem medizinisches Fachpersonal, aber auch Logistiker und Techniker seien für die Mission von Bedeutung, teilte die Bundeswehr mit. 70 Prozent der Freiwilligen sind Bundeswehrangehörige und Reservisten, 30 Prozent kommen aus dem zivilen Bereich. Deren Anfragen werden an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weitergeleitet. Der nächste Schritt ist die Ausbildung für den Sondereinsatz, die je nach Vorbildung unterschiedlich intensiv sein muss, aber mindestens eine Woche dauern soll.

Mobiles Krankenhaus

Schwerpunkt ist der sichere Umgang mit der Schutzausrüstung, aber auch der Umgang mit den Patienten und das Arbeiten in Stresssituationen wird trainiert. Als Ausbildungsorte kommen das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin in Frage.

Nach den jetzigen Plänen will die Bundeswehr gemeinsam mit dem DRK und dem Technischen Hilfswerk in Liberia ein mobiles Krankenhaus mit 300 Betten betreiben. Dafür benötigt sie 150 bis 160 Freiwillige. Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte am Donnerstag gemeinsam mit dem DRK und der Bundesärztekammer einen gesonderten Aufruf an zivile Helfer. „Wir benötigen jetzt dringend freiwillige Helfer für den Aufbau und Betrieb von Krankenstationen“, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Er sicherte allen Freiwilligen Vorbereitung, Versicherungsschutz, eine entsprechende Bezahlung und einen Rücktransport im Infektionsfall zu. Er räumte ein, dass die Bundesregierung die Situation zu Anfang zu positiv eingeschätzt habe. Die Lage habe sich aber drastisch verschlechtert. Insgesamt würden 20 Millionen Euro für die anlaufenden Maßnahmen veranschlagt, sagte Gröhe.

Einsatzzeit ist begrenzt

Das DRK plant neben dem Krankenhaus in Liberia den Ausbau einer bestehenden Behandlungsstation in Sierra Leone. Für den Betrieb beider Stationen brauche es rund 170 Kräfte, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters. Gefragt seien vorrangig Pfleger, aber auch Ärzte, Psychotherapeuten und Pharmazeuten. Da für alle Freiwilligen eine maximale Einsatzzeit von vier bis sechs Wochen vorgesehen sei, seien allein bis Ende des Jahres mehr als 500 Helfer nötig. „Wir brauchen die Unterstützung aus der Bevölkerung“, betonte Seiters. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, appellierte an die Arbeitgeber, freiwillige Helfer für die Zeit freizustellen und die Stelle freizuhalten.

Die Bundeswehr begann mit dem Transport von Hilfsgütern in die Ebola-Gebiete. Von Köln aus machte sich ein Airbus 310 mit knapp fünf Tonnen medizinischen Gütern an Bord auf den Weg in die senegalesische Hauptstadt Dakar, wie ein Sprecher der Bundeswehr mitteilte. Die Lieferung umfasse Hilfsgüter wie Handschuhe, Desinfektionsmaterial und Stiefel. Von Dakar aus sollen die Güter weiter transportiert werden. Vom bayerischen Fliegerhorst Penzing aus flogen zwei Transportmaschinen nach Dakar. An Bord hatten sie Materialien, die zum Aufbau eines Umschlagplatzes für Hilfsflüge am dortigen Flughafen eingesetzt werden sollen. Dem Umschlagplatz kommt eine wichtige Rolle in der Luftbrücke zu, welche die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Ländern in den kommenden Wochen einrichten will.

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