+
2019 wird ein gutes Jahr - da sind wir ganz zuversichtlich!

Wünsche für 2019

Was 2019 auf uns zukommen könnte

Das Team von FR. de wünscht Ihnen eine frohes neues Jahr! Wir wagen einen Ausblick darauf, was 2019 kommt, was kommen könnte und was kommen sollte.

Was bringt das neue Jahr? FR-Redakteurinnen und -Redakteure haben in die Glaskugel geschaut - und wagen jede Menge positive Prognosen für Innen- und Außenpolitik, für den Arbeitsmarkt und für Verbraucher, für die nächsten Oscar- und Literaturnobelpreise, für Wissenschaft und Forschung. Und dass die Frankfurter Eintracht  2019 die Europa League gewinnen wird, ist ja eh klar. Hier sind sie also, die Wünsche der FR-Redaktion für 2019:

Koalition: Die SPD ist raus

Für Ende des Jahres plant die SPD ihren nächsten Parteitag - aber elf Monate: Ist das für Vorfreude nicht ein bisschen lang? Ja, meint Juso-Chef Kevin Kühnert und fordert, das Ereignis vorzuverlegen. Stellen wir es uns also vor: Die CDU ist im Frühjahr so zerstritten, dass selbst Andrea Nahles nichts mehr mit ihr anfangen kann. Die SPD-Vorsitzende ruft rasch zum Parteitag und singt den Delegierten ihren neuen Koalitionshit vor: „Der Mai ist gekommen, die SPD ist raus.“ Der Saal tobt, aber am Gesang liegt es nicht.

Arbeitsmarkt: Teilzeitfalle adé

Kleine Kinder, Eltern, die Pflege brauchen, Überlastung – manchmal ist Teilzeit nötig, doch viele, die in Teilzeit gehen möchten, befürchten, später nicht auf eine volle Stelle zurückkehren zu können. Das ändert sich ab 2019. Angestellte von Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten haben künftig unter bestimmten Bedingungen einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit. Das hilft vor allem Frauen, denn die trifft das Problem bisher am häufigsten. 

Arbeitsmarkt: Gut für alle

Die Wirtschaft wird weiter wachsen, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Da sind sich die Ökonomen einig. Das bedeutet, es entstehen weiter neue Stellen, noch mehr Menschen kommen in Arbeit. Das ist gut für die, die jetzt noch ohne Arbeit sind, und das stützt auch die Konjunktur, den Staatshaushalt und die Sozialsysteme. 

Brückentage: Wer plant, gewinnt

Auch im neuen Jahr könnten Arbeitnehmer Brückentage geschickt für viel Freizeit nutzen. Denn die meisten festen Feiertage liegen in der Woche. Rund um Ostern lassen sich aus vier Urlaubstagen insgesamt zehn freie Tage am Stück rausholen, rund um Weihnachten mit 4,5 Urlaubstagen sogar ganze 12 Tage. 

Digitalisierung: Zukunft erleben

Nein, Silicon Valley ist Deutschland noch nicht. Doch es bietet inzwischen eine Reihe hochkarätiger Veranstaltungen zu unser aller digitalen Zukunft: Los geht es im Januar (19. bis 21.) mit der DLD in München, wo in diesem Jahr Facebook-Topmanagerin Sheryl Sandberg erwartet wird. Es folgen das OMR Festival in Hamburg im Mai (7./8.), das in zeitlicher Konkurrenz zur re:publica in Berlin steht (6. bis 8.), dann die oft sehr hochkarätig besetzte Dmexco in Köln im September (11./12.). Für Digitalgründer die wichtigste Konferenz ist die Bits&Pretzels in München (29. September bis 1. Oktober). Dort sind die Stars der hiesigen Digitalszene zu erleben. 

Telefonkosten: Entspannt plaudern

Auch wenn die Roaminggebühren schon 2017 abgeschafft wurden – das Telefonieren ins EU-Ausland ist immer noch eine unwägbare Sache. Laut Verbraucherzentralen rechnen Telekommunikationsanbieter oft über einen Euro pro Minute ab. Entspanntes Plaudern geht anders. Und das soll bald möglich werden, dank eines Beschlusses des EU-Parlaments: Ab Mitte Mai sollen die Gebühren maximal 19 Cent pro Minute betragen – egal, ob Handy oder Festnetz. Und SMS sollen nicht mehr als sechs Cent kosten. 

Selbständige: Mehr Geld zum Leben

Gute Nachrichten für alle Selbstständigen und Kleinunternehmer: Der Mindestbetrag für gesetzlich Krankenversicherte sinkt auf 171 Euro – auf die Hälfte des bisherigen Betrags. Für Geringverdiener bedeutet das ein deutlich spürbares Plus im Geldbeutel. 

Sparer: Zinsen steigen

Sicher ist nichts, aber es gibt für Sparer zumindest Hoffnung: Die Europäische Zentralbank könnte 2019 die Zinswende einleiten. Sie hat angekündigt, den Leitzins noch bis „mindestens über den Sommer 2019“ hinaus auf dem aktuellen Niveau zu halten. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ab dem Herbst könnte Schluss sein mit den Nullzinsen. 

Kirche: Verheiratete Priester

Katholische Kirche bekommt verheiratete Priester: Im Oktober 2019 lädt Papst Franziskus in Rom zur sogenannten Amazonas-Synode. Schon jetzt ist im Vorbereitungspapier von „neuen Ämtern“ und „neuen Wegen“ in Liturgie und Theologie die Rede, die aufgrund eines eklatanten Priestermangels besonders in Lateinamerika geboten sind. Daher könnte wahr werden, was in der katholischen Kirche schon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren diskutiert wird: die Weihe erprobter, verheirateter Männer, die bereits als Seelsorger im Dienst der Kirche stehen („viri probati“), zu Priestern. 

Lateinamerika: Hoffen auf Mexiko

Sich in Lateinamerika freuen auf 2019? Angesichts des Amtsantritts des rechtsradikalen Jair Bolsonaro in Brasilien, autoritärer Herrscher und Volksunterdrücker in Nicaragua und Venezuela heißt die Hoffnung Mexiko. Der linke Präsident López Obrador will die Armen in das Zentrum seiner Politik stellen, die Ursachen der Gewalt und der organisierten Kriminalität bekämpfen. 

Indien: Ein Nationalist fällt

Seit seinem Wahlsieg im Jahr 2014 sah Indiens Premierminister Narendra Modi, der Führer der hindunationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP), unschlagbar aus. Aber das ändert sich gerade: Bei Lokalwahlen Anfang Dezember 2018 geriet seine Partei so sehr ins Straucheln, dass er mit dem früheren Premier Atal Bihar Vajpayee verglichen wird. Der Mann, der Indien in eine Atommacht verwandelte, musste nach nur einer Wahlperiode sein Büro räumen. Modis Problem sind die Hindunationalisten. Sie massakrierten Moslems und benannten Städte um, zensierten Schulbücher und schrieben Indiens Geschichte um. Besonders Angehörige unterer Kasten sind nun sauer auf Modi, weil er Zwietracht im Land verbreitete. Sein Vertreibung aus dem Amt erscheint noch als ein Traum – aber als einer, der Wirklichkeit werden könnte.

Frankreich: Hurra, eine Steuer!

Das dürfte ausgerechnet die „Gelbwesten“ freuen, die derzeit in Frankreich gegen Steuern demonstrieren: eine neue Steuer. Paris will im kommenden Jahr eine Abgabe für Digitalkonzerne wie Google, Apple, Facebook oder Amazon auf deren gewaltige Werbegewinne einführen – selbst wenn die EU sich darauf nicht verständigen kann. 

Eintracht Frankfurt: Auf nach Baku

Ein Doppelpack von Bruda Ante, ein Jahrhundertlauf von Gazelle Gacinovic, ein 3:1-Erfolg für Eintracht Frankfurt, eine in den Nachthimmel gereckte Trophäe. Zigtausende Hessen im Jubeltaumel an der Küste des Kaspischen Meers, in Baku, in Aserbaidschan, dem Endspielort der Europa League. Hach, liebes 2019, man wird ja wohl noch träumen dürfen. Hat schließlich schon mal ganz gut geklappt. 

Handball-WM: Wintermärchen 2.0

Deutschland - ein Wintermärchen. Da war doch mal was ... Zwölf Jahre ist das her. Deutschlands bekanntester Schnauzbart Heiner Brand gewann mit seinen Handballern die Heim-WM. Deutschland einig Handball-Land. Im Januar macht der Welthandball nun wieder Station in hiesigen Breiten. Für die selbst ernannten Bad Boys gibt es nur ein Ziel: das Wintermärchen 2.0 - allerdings ohne Schnauzbart.  

Fußball-Bundesliga: Danke, FC Bayern

Es soll an dieser Stelle mal gesagt werden, was sonst ungern gesagt wird: danke Uli, danke Kalle fürs Menschenrechteln vor versammelter Reportermeute, danke Mats (wahlweise auch Thomas, Arjen, Frank ...) fürs Maulwurfeln in der Kabine, danke Niko fürs Versemmeln der Saison. Kurzum: Danke lieber FC Bayern, dass du 2019 der Borussia die Meisterschale überlässt. 

Wimbledon: Wie Steffi und Boris

Angie Kerber und Sascha Zverev beim Siegertanz auf dem Champions-Dinner in Wimbledon, wie einst Steffi und Boris, exakt 30 Jahre ist es her. 2019 ist die Zeit reif für einen historischen deutschen Doppeltriumph auf dem heiligen Rasen, das wird auch der Tennisgott einsehen müssen. Der alte Zyniker. 

Raumfahrt: Neue Transporter

Seit der Einstellung des „Space Shuttle“-Programms im Jahr 2011 ist kein Astronaut mehr von amerikanischem Boden aus ins All geflogen. Ab 2019 stehen die privaten Unternehmen SpaceX und Boeing mit den Raumschiffen „Crew Dragon“ und „CST-100 Starliner“ in den Startlöchern, um Astronauten zur ISS zu bringen. Gelingt das, wären Astronauten aus aller Welt nicht mehr nur von den russischen Sojus-Kapseln abhängig. 

Oscar: Für Sigourney Weaver

Endlich wird die wunderbare Sigourney Weaver, der Grund, die fürchterlichen „Aliens“-Filme und notfalls sogar zuweilen „Gorillas im Nebel“ anzuschauen, einen Oscar gewinnen (nach drei Anläufen). Es gebe gar keinen aktuell infrage kommenden Film dafür, sagen Sie? Wie kleinlich. 

Fontane-Jahr: Endlich klug werden

Lässt sich die Gesellschaft doch noch verbessern, weil auf einmal ja alle Menschen alle Bücher des vor 200 Jahren geborenen Schriftstellers Theodor Fontane lesen? Und anfangen, über sich den Kopf zu schütteln, über andere zu lächeln und überhaupt etwas mehr Übersicht zu gewinnen? Wir werden es erleben, hoffentlich. 

Städtische Bühnen: Im Zeitplan

Schön wär’s: In der ersten Januarwoche wird der Beschluss zum Neubau der Städtischen Bühnen Frankfurt durch den Magistrat der Stadt gefasst. Anfang März der erste Spatenstich, noch vor den Theaterferien das Richtfest (in 999 Meter Höhe). Die Römerkoalition erklärt sich Anfang September (murrend) damit einverstanden, dass die große Wiedereröffnung der Bühnen erst im Oktober 2019 gefeiert werden kann, dann aber prächtig. 

Literaturnobelpreis: Die richtige Wahl

Die neu formierte Schwedische Akademie wird ab 2019 glücklicherweise stets die richtige Wahl treffen. Kein Kopfschütteln mehr, kein Plattenauflegen, keine ratlosen Ermittlungen im 24-bändigen Brockhaus aus den Siebzigern. Allerdings auch keine Indiskretionen, die in der Nacht davor den richtigen Namen ins Wettbüro schwemmen. Das wäre doch mal was. 

Buchmarkt: Lebenshilfe

Mit gutem Beispiel wird im neuen Jahr auch der Buchmarkt vorangehen. Die Verträge für die Bestseller, die der eigenen Branche Lebenshilfe liefern, sind längst unterschrieben. Viel erwartet wird von dem Megatitel: „Wie bewältige ich die jüngste Krise?“ Utopisch? Vielleicht. 

Zeitumstellung: Und ewig gilt die ...

Sommerzeit oder Winterzeit? Im Herbst 2019 soll eine Entscheidung fallen, vielleicht, vielleicht auch nicht. Denn nicht alle EU-Staaten wissen, wie sie das machen sollen mit der einen Stunde, um die es geht. Ob die Uhren nun vor-, zurück- oder gar nicht mehr umgestellt werden – Zeit ist ohnehin relativ. Gerade in dieser schnelllebigen Zeit. Aber das ewige Hin und Her nervt auch jene, denen die Umstellungsdebatte herzlich wurscht ist. Deshalb merken wir an dieser Stelle rasch an: Es ist Zeit für eine Entscheidung! 

Royals: Es wird eine Diana!

Fest steht: Es wird der Name eines Ahnen sein. Viel Wahlfreiheit haben Prinz Harry und Herzogin Meghan nicht, wenn sie im kommenden Jahr ihrem ersten royalen Kindlein einen Namen geben. Worauf viele Briten hoffen, könnte dann endlich wahr werden: Meghan bringt eine kleine Diana zur Welt – benannt nach Harrys Mutter, der „Königin der Herzen“. Gar nicht mal so abwegig, wurde doch Meghan selbst ob ihrer bürgerlichen Herkunft in der Klatschpresse schon oft als die „neue Lady Di“ gefeiert. 

IAA: Mekka für Autofans

Zukunft trifft Vergangenheit: Im September pendeln die Autofans wieder auf das Frankfurter Messegelände, wenn die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) ihre Tore öffnet. Neben futuristischen Autoentwürfen und den neuen Serienmodellen glänzen die Oldtimer. Fans der E-Mobilität erleben aber schon im Februar ein Highlight: Der Tesla 3 kommt dann in Deutschland in den Verkauf. 

Von Manuel Almeida Vergara, Tanja Banner, Daniel Baumann, Simon Berninger,  Jakob Böllhoff, Willi Germund, Boris Halva, Jörg Hanau, Stephan Hebel, Alicia Lindhoff,  Daniel Schmitt, Judith von Sternburg,  Christian Thomas  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion