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Corona in Schweden
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Schweden geht seit Beginn der Corona-Pandemie einen Sonderweg.

Pandemie

1G-Regel in Schweden: Land verlässt den Corona-Sonderweg

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Schweden verfolgt seit Pandemie-Beginn eine lockere Corona-Politik. Eine Maßnahme im Land geht allerdings über alles hinaus, was in Deutschland gilt.

Stockholm – Schweden gilt seit Beginn der Corona-Pandemie als Ausreißer, was die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus angeht. Während in Deutschland eine einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen wurde und über allgemeine Bußgelder für Nicht-Immunisierte gesprochen wird, setzt das skandinavische Land weiter auf Empfehlungen. Eine Ausnahme sind die Vorgaben bei größeren Veranstaltungen, die seit Anfang Dezember gelten. Hier gilt: Wer nicht geimpft ist, muss draußen bleiben. Wie reagieren die Schwedinnen und Schweden auf die ungewohnte Einschränkung?

Inwieweit die lockere Corona-Politik von Schweden bisher erfolgreich war, ist umstritten. Das Land im Norden Europas vermied Lockdowns und ließ Geschäfte offen, wobei die Nachbarländer Finnland, Norwegen und Dänemark zum Teil deutlich geringere Infektions- und Sterberaten seit Beginn der Pandemie verzeichnen.

1G-Regel in Schweden: Wie funktioniert die härteste Corona-Maßnahme?

Doch während die vierte Corona-Welle über den Kontinent rollt, sind die Inzidenzwerte in Schweden EU-weit am niedrigsten. Dennoch hat die Regierung zu Beginn des zweiten Corona-Winters die bisher härteste Maßnahme erlassen: Veranstaltungen mit über 100 Besuchern sollen nur für Geimpfte zugänglich sein. Doch selbst hierbei bleibt die Regierung bei ihrem unverbindlichen Stil.

Land Schweden
Einwohner10.160.159
Infektionsrate 12,31%
Letalitätsrate1,22%
Impfquote (vollständig)71,98%
Stand: 18.12.2021

Liest man sich die übrigen Empfehlungen der schwedischen Gesundheitsbehörde zur Eindämmung der Pandemie durch, fällt die sogenannte 1G-Regel deutlich aus dem Muster. Den Schweden wird empfohlen, eine Maske im öffentlichen Nahverkehr zu tragen, sollte es eng werden. Weiterhin können Gastronomie-Betriebe zur Kontaktvermeidung Möbel verrücken und Ticket-Systeme zum Bestellen verwenden.

All dies ist nicht verpflichtend und auch auf den Impfnachweis bei Großveranstaltungen kann letztendlich verzichtet werden. Ist dies der Fall, müssen andere Corona-Maßnahmen getroffen werden, wie Mindestabstände und zugewiesene Plätze.

Corona: Schweden führt 1G bei Großveranstaltungen ein – Der Aufschrei bleibt aus

Einige Schweden würden von der neuen 1G-Regelung gar nichts wissen, erzählt der ausgewanderte Journalist Tobias Keller dem Schweizer Zeitung Blick. Auch darüber hinaus bliebe ein Aufschrei wegen der Maßnahme aus. Die Kontrolle der Impfungen sorge zwar für größeren Aufwand, Sportclubs zum Beispiel würden diesen aber lieber auf sich nehmen, als gar kein Publikum zu haben.

Bei vielen Großveranstaltungen in Schweden gilt die 1G-Regel: Nur Personen, die gegen Corona geimpft sind, dürfen zuschauen. (Archivfoto)

Laut Keller sehen es die Einwohnerinnen und Einwohner im Land der lockeren Corona-Politik als Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die Empfehlungen zu befolgen und sich impfen zu lassen. In Schweden sind knapp 71 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, ähnlich wie in Deutschland (Stand 18.12.2021).

Eine Studie zeigte erst vor Kurzem, dass durch Schweden das Coronavirus in Nachbarländer getragen wurde. Der „Sonderweg“ steht in der Kritik. (vbu)

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