+
Im Prozess gegen eine Frau, die in Künzelsau einen Siebenjährigen erwürgt haben soll, hat der Staatsanwalt 13 Jahre Haft gefordert.

Baden-Württemberg

13 Jahre Haft für Pflege-Oma wegen Mordes gefordert

Der Staatsanwalt  sieht es als erwiesen an, dass die 70 Jahre alte Angeklagte das Kind aus Verlustangst getötet hat.

Im Fall eines in Baden-Württemberg getöteten Siebenjährigen hat der Staatsanwalt 13 Jahre Haft für dessen Pflege-Oma wegen Mordes gefordert. Er sah es als erwiesen an, dass die 70 Jahre alte Angeklagte das Kind aus Verlustangst getötet habe. 

„Sie hatten Angst, dass es bald enden würde mit den Besuchen, dass Sie ihn verlieren“, wandte er sich am Donnerstag im Landgericht Heilbronn an die Angeklagte. Die Tat sei von Selbstherrlichkeit getrieben gewesen, so der Staatsanwalt. Er sah das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt. Allerdings sei eine verminderte Schuldfähigkeit wegen einer depressiven Störung nicht auszuschließen, weshalb er nicht für eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiere. 

Ursprünglich war die 70-jährige Deutsche wegen Totschlags angeklagt worden. Der ehemaligen Krankenschwester wird vorgeworfen, für den Tod eines ihr anvertrauten Jungen aus Künzelsau im April 2018 verantwortlich zu sein. Das Urteil soll am Montag (8.4.) gesprochen werden.

Der Nebenklageanwalt, der die Eltern des getöteten Jungen vertritt, bewertete die mutmaßliche Tat zudem als heimtückisch und damit ebenfalls als Mord.

Für die Verteidigerin der Angeklagten handelt es sich bei der Tat hingegen um fahrlässige Tötung. Die Verteidigerin verzichtete auf eine konkrete Strafforderung. Das Geschehen vom April 2018 sei unerklärlich geblieben. Ihre Mandantin habe zum Zeitpunkt der Tat an einer akuten organischen Depression gelitten und nicht überlegt gehandelt. 

„Es tut mir alles sehr, sehr leid“, sagte die Angeklagte in ihrem letzten Wort. „Ich schließe mich meiner Verteidigerin an. Ich finde keine Worte für das, was passiert ist.“ (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion