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Diejenigen, denen befristet noch mehr abverlangt wird, müssen besser bezahlt werden. Dauerhaft.

Covid-19-Arbeitszeitverordnung

Wer den Zwölf-Stunden-Tag fordert, muss zahlen

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In der Krise länger arbeiten? Das ist zumutbar - vorausgesetzt, es wird endlich auch anständig entlohnt. Der Kommentar.

In der Corona-Pandemie geht der Staat an seine Grenzen, indem er mehr als 150 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnimmt, um die Wirtschaft am Leben zu halten. Gleichzeitig muss er übergangsweise den Menschen zumuten, Ungewohntes zu ertragen.

Die geplante Covid-19-Arbeitszeitverordnung ist eine Zumutung für alle, die bereits jetzt oft mehr leisten müssen, als man eigentlich von ihnen verlangen sollte. Doch wie es einen guten Grund gibt, Arbeits- und Ruhezeiten im Normalzustand verlässlich und vernünftig zu regeln, so gibt es jetzt gute Gründe, im Fall der Fälle für eine begrenzte Zeit eine Abweichung zu ermöglichen.

Auch jetzt müssen Zwölf-Stunden-Tage die gut begründete Ausnahme bleiben. So sehen es die Regeln aus dem Arbeitsministerium für die kommenden Wochen vor. Auch Betriebe profitieren auf längere Sicht am meisten von Mitarbeitern, die sich ausreichend erholen können.

Gebraucht wird aber auch ein neuer gesellschaftlicher Konsens: Diejenigen, denen befristet noch mehr abverlangt wird, müssen besser bezahlt werden. Dauerhaft.  

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