Ministerin Julia Klöckner (CDU) zur Lage in der Fleischindustrie.
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Ministerin Julia Klöckner (CDU) zur Lage in der Fleischindustrie.

Fleischgipfel

Zwang statt Freiwilligkeit

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Endlich ändert Ministerin Klöckner die Strategie, um die Fleischproduktion für Mensch und Tier zu verbessern.

Julia Klöckner trat als Bundesagrarministerin mit dem Vorsatz an, die Lebensmittelindustrie mit Freiwilligkeit zu reformieren statt mit Zwang. Gut, dass die CDU-Politikerin nun einsieht, dass sie mit dieser laxen Strategie gegenüber der Fleischindustrie nicht weiterkommt.

Die Ministerin hat die Forderung der Grünen nach einer Tierwohlabgabe auf Steaks und Würstchen übernommen. Mit dem zusätzlich eingenommenen Geld sollen Stallumbauten finanziert werden, sodass Schweine nicht mehr in Stress und Panik die Schwänze ihrer Artgenossen abbeißen. Das ist der richtige Ansatz. Nur wenn die Discounter ihre unanständigen Dumpingpreise endlich sein lassen, können Landwirte die Umbauten und die Verkleinerung ihrer Bestände auch finanziell stemmen.

Der Eingriff der Politik in die Preisgestaltung ist in einer Marktwirtschaft gewiss heikel. Aber Fleisch ist keine Ware wie jede andere. Tierwohl darf in einer Gesellschaft, die sich gern hunde- und katzenfreundlich gibt, keine vernachlässigbare Größe sein. Auch das Wohlergehen von Arbeitern muss ihr ein Anliegen sein – und zwar nicht nur, wenn gerade Pandemie ist. Verbraucher müssen dazu ihren Beitrag leisten. Es gibt kein Recht zum Kauf von Billigfleisch. Und auch keine Pflicht dazu. 

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