Einschränkungen

Zuversicht folgt Strenge

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Die Bund-Länder-Runde kümmert sich in der Corona-Krise stärker um Lockerungen, sollte dabei aber keine gesellschaftlichen Bereiche vernachlässigen - etwa Pflege und Seniorenheime. Ein Kommentar.

Die Bund-Länder-Runde hat den Ton geändert. Zuversicht löst in der Corona-Krise die Strenge ab. Lockerungen, nicht Beschränkungen stehen nun im Vordergrund. Nicht Warnungen sind die zentrale Botschaft der Kanzlerin, sondern Zufriedenheit. Angela Merkel spricht nicht mehr von „Öffnungsdiskussionsorgien“, sondern kündigt für Mittwoch ein Konzept für Schulen, Kitas und für den Sport an. Spielplätze, Kirchen, Museen und Zoos dürfen vorher wieder öffnen.

Der geringere Anstieg der Infektionen ist ein Grund für den geänderten Kurs. Dazu kommt, dass die engen Grenzen weniger akzeptiert werden, dass der Lagerkoller, Arbeitslosigkeit und Firmen in der Verlustzone eine ungute Mischung sind. Deswegen gibt es nun Lockerungen und Stufenpläne, die Entspannung verheißen. Es sind Schritte in Richtung Normalität. Ein Zurück zum Vor-Krisen-Alltag ist es nicht. Vorsicht bleibt wichtig.

Es ist aber bedenklich, dass Bund und Länder den Umgang mit Pflege- und Seniorenheimen aussparen. Sie beschlossen mühevoll einen Bonus für Pflegerinnen und Pfleger. Ansonsten müssen Heime alleine zurecht kommen – während viele Krankenhäuser Kurzarbeit anmeldeten. Es wäre ein gutes Thema für den Wettbewerb der Ministerpräsidenten beim Krisenmanagement.

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