1. Startseite
  2. Meinung

Zunehmend intransparent

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Decker

Kommentare

Vom basisdemokratischen Mythos ist bei den Grünen wenig übrig.
Vom basisdemokratischen Mythos ist bei den Grünen wenig übrig. © Ralph Peters/Imago

Die umstrittenen Bonuszahlungen bei den Grünen zeigen: Die idealistische Fassade der Partei steht noch, aber dahinter haben sie allerdings umgebaut. Der Kommentar.

Wer glaubt, wegen Bonuszahlungen würden die noch amtierenden Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck wegen Untreue vor Gericht stehen, der dürfte sich irren. Dazu sind die Beträge zu gering. Überdies liegt den Zahlungen eine Entscheidung des Bundesvorstandes zugrunde. Intern wurde der Vorgang ja längst beanstandet. Dennoch ist der Fall keine Petitesse. Im vorigen Jahr mussten Baerbock, die ehemaligen Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir Sonderzahlungen von insgesamt rund 50 000 Euro nachmelden. Die Begründung lautete: Sorry, Schusseligkeit. Glaubhaft war nicht.

Das passt. Die Grünen zehren zwar von dem Nimbus, eine idealistische Mitte-Links-Partei zu sein. An diesem Anspruch möchten sie aber nicht mehr gemessen werden. Tatsächlich ist gerade vom basisdemokratischen Mythos wenig übrig. Vielmehr wächst die Intransparenz: bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur, den Koalitionsverhandlungen, der Auswahl der Kabinettsmitglieder. Die idealistische Fassade steht noch. Aber dahinter haben die Grünen umgebaut.

Auch interessant

Kommentare