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Zoom und China: Schäbiger Gehorsam statt Meinungsfreiheit

  • Damir Fras
    vonDamir Fras
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Die Vdeoplattform Zoom muss sich wie alle Firmen der Branche entscheiden: Will sie sich der Zensur unterwerfen oder die Rechte der Nutzer verteidigen? Sie hat die falsche Wahl getroffen. Ein Kommentar.

Zoom ist ein Pandemiegewinner. Hunderte Millionen von Menschen nutzen seit Ausbruch der Corona-Krise die Videoplattform. Doch nun stellt sich heraus, dass sie auch nur eine dieser profitorientierten Firmen ist, die um des Geldes willen die Moral zur Seite schieben. Darüber muss sich niemand wundern. Kritik verdient das schäbige Vorgehen dennoch.

Chinas Staatssicherheitsdienst hat Zoom aufgefordert, Videotreffen chinesischer Menschenrechtsaktivisten in den USA und in Hongkong zu blocken. Und Zoom parierte. Sicher muss sich Zoom zwischen dem Recht seiner Nutzer auf freie Meinungsäußerung und staatlicher Zensur entscheiden. Doch niemand hätte das Unternehmen daran gehindert, dem Beispiel von Google, Facebook und Twitter zu folgen. Sie sind in China gesperrt, weil sie sich nicht selbst zensieren wollen.

Twitter hat gerade vorgemacht, wie es gehen kann. Es hat sich von dem Unfug distanziert, den US-Präsident Trump von sich gibt. Mag sein, dass das nur ein PR-Stunt war. Aber Twitter hat sein Image damit verbessert. Das kann man von Zoom nicht behaupten.

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