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Zeitspiel bei der Rente

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Beim Ruhegeld ist nicht die Höhe der jährlichen Anpassung ärgerlich, sondern der fehlende Plan der Bundesregierung, mit dem das Altersgeld auf eine sichere Grundlage gestellt wird. Der Kommentar.

Es ist eine kräftige Rentenerhöhung, die das Bundeskabinett beschlossen hat. Rentner im Westen bekommen von Juli 3,45 Prozent mehr, die im Osten 4,2 Prozent. Kann das richtig sein in der ökonomischen Krise durch die Corona-Pandemie? Ja.

Die Rentenerhöhung ergibt sich aus feststehenden Regeln, mit denen die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr nachvollzogen wird. Gleichzeitig steht im Gesetz, dass die Rentenbeiträge bis 2025 bei höchstens 20 Prozent liegen dürfen, das Rentenniveau aber nicht unter 48 Prozent sinken darf. Es würde wertvolles Vertrauen zerstören, die Regeln in der Krise zu verändern.

Allerdings hat sich die Regierung davor gedrückt, in dieser Legislaturperiode einen Plan zu erarbeiten, wie die Rente auf eine sichere Grundlage gestellt werden kann. Die große Koalition hat eine Rentenkommission eingesetzt und damit auf Zeit gespielt. Nur hat die Kommission eher Probleme beschrieben als Lösungen geliefert. Das muss die nächste Bundesregierung tun. Ewig vor sich herschieben kann die Gesellschaft die Frage nach weiteren Rentenreformen nicht.

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