Diesel-Nachrüstung

Auf Zeit gespielt

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Nur Verkehrsmininster Scheuer ist mit der Einigung bei der Diesel-Nachrüstung zufrieden.

Die Bundesregierung verkauft es als einen Erfolg. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat Vorgaben für die technische Umrüstung von Dieselfahrzeugen vorgelegt. Bei näherem Hinsehen ist die Nachricht aber nichts, was Autofahrer, denen 2019 in Städten und Ballungsräumen Fahrverbote bevorstehen, hoffen lässt.

Geht es in diesem Tempo voran wie bisher, werden ihre Diesel kaum bis zum Inkrafttreten der nächsten Verkehrsbeschränkungen umgerüstet sein. Den Zeitverzug haben Minister und Automobilindustrie zu verantworten. Viel zu lange ist versucht worden, Hardwarenachrüstungen zu verhindern – das Nachsehen haben nun die Autofahrer.

Wenn die große Koalition 2019 die Wut Hunderttausender Dieselbesitzer, die sich hinters Licht geführt fühlen, zu spüren bekommt – dann zu Recht. Mag Minister Scheuer endlich Standards für die Technik vorgelegt haben: Die entscheidenden Fragen sind nicht gelöst. Die Finanzierung ist ungeklärt. Nur zwei Konzerne haben Geld für Betroffene in Problemregionen zugesagt, andere verweigern sich, insbesondere die ausländischen. Und es ist noch unklar, wer am Ende haftet, wenn sich nach einer Umrüstung die Leistung des Fahrzeugs verringert, der Verbrauch steigt oder andere Probleme auftreten sollten. 

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