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Italien schottet zur Eindämmung des Sars-CoV-2-Virus Städte und Provinzen ab.

Italien

Wuhan in Europa

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Sollte es hierzulande beim Coronavirus ähnliche Verhältnissen wie in Italien geben, würde die Bundesregierung unter Druck geraten.

Die italienische Regierung will das Coronavirus eindämmen und schottet dafür Städte und Provinzen ab. Plötzlich liegt Wuhan mitten in Europa. Aber Umsetzung und Informationspolitik vor Ort in Oberitalien wirken nicht gerade überzeugend. Bei dem Vorgehen drängen sich Fragen auf: Kann die Ausbreitung des Erregers damit wirklich verhindert werden? Oder ist der wirtschaftliche Schaden, der durch die angeordnete Massenquarantäne entsteht, am Ende unverhältnismäßig groß?

Niemand, der politische Verantwortung trägt und mit einer solchen Situation konfrontiert ist, kann die Hände in den Schoß legen. Die Krise ist mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem es in immer stärkerem Maße auf Symbolik ankommt. Der Staat muss also handeln. Es bleibt ihm nichts anderes übrig. Ansonsten leistet er Panik und Verunsicherung Vorschub.

Es mag sein, dass die hohen Infektionszahlen in Italien Folge des Umstands sind, dass dort mehr getestet wird als bei uns. Doch bei so vielen Erkrankten und vergleichbar vielen Toten wäre auch die deutsche Bundesregierung kräftig unter Handlungsdruck. Sie könnte nicht länger auf die Behörden vor Ort verweisen, sondern wäre selbst gezwungen, drastische Maßnahmen zu verhängen.

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