+
Die Parlamentswahl in der Ukraine sorgte allenfalls kurz für einen Waffenstillstand am Donbass.

Ukraine

Wolodymyr Selensky - Ein Sieger und sein Nachbar

  • schließen

Der neue Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zwar jetzt auch die Parlamentswahl in der Ukraine gewonnen. Aber allzu viel Erfolg sollte er nicht haben, wenn es nach Moskau geht. Der Kommentar.

Am Sonntag gab es in der Ukraine nicht nur Parlamentswahlen, sondern es Tag begann auch ein neuer Waffenstillstand an der Kriegsfront im Donbass. Das mag der Partei des Siegers Wolodymyr Selenskyj ein paar zusätzliche Prozente gebracht haben. Schließlich nennt er den Frieden im Donbass als sein Hauptziel neben der Bekämpfung der Korruption.

Aber in Kiew ist es leichter, Wahlen zu gewinnen, als im Donbass Frieden zu schließen. Denn hier gilt es, sich mit Russland zu verständigen. Die patriotische ukrainische Intelligenz befürchtet, dass Moskau nur eine Kapitulation als Friedensschluss gelten lässt.

Selenskyj und seine Partei haben Prozentzahlen erreicht, auf die Putins „Einiges Russland“ zur Zeit neidisch sein muss. Selenskyj ist populär, er will eine westliche Wirtschaft ohne Korruption und Staatsmonopole. Und kein anderer Nachbar ist Russland so nahe wie die Ukraine. Hätte Selenskyj nachhaltig Erfolg mit seinen Reformen, könnte das bei der russischen Bevölkerung den wachsenden Verdruss über die eigene wirtschaftliche Stagnation sogar in echte Wut verwandeln. An Verhandlungserfolgen Selenskyjs ist der Kreml zur Zeit jedenfalls kaum interessiert.

Und der Waffenstillstand? Beide Seiten meldeten am Montag feindlichen Beschuss. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare