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Im Zwielicht: FIFA-Präsident Joseph Blatter (li.) und UEFA-Präsident Michel Platini
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Im Zwielicht: FIFA-Präsident Joseph Blatter (li.) und UEFA-Präsident Michel Platini

Ermittlungen gegen Fifa-Boss Blatter

Es wird ungemütlich für Blatter

Erstmals ist im Fifa-Skandal Sepp Blatter höchstpersönlich ins Visier der Ermittler geraten. Für den kleinen Sonnenkönig dürfte es nun unangenehm werden – ein Rücktritt ist die einzig angemessene Reaktion. Aber: Auch Blatters designierter Nachfolger ist beschädigt. Ein Kommentar.

Von Jan Christian Müller

Pressetermine hat Sepp Blatter stets mit großer Freude wahrgenommen, seit er 1981 als Generalsekretär Zugang in den Inner Circle der Fifa bekommen hat und somit seit nunmehr 35 Jahren eine entscheidende Führungsrolle einnimmt, davon 17 Jahre gar als Präsident. Wenn dieser alles andere als öffentlichkeitsscheue Mann sein Mitteilungsbedürfnis plötzlich vollkommen einstellt und die eigens für eine Pressekonferenz nach dem Treffen des erlauchten Kreises der Fußball-Weltregierung nach Zürich geladenen Reporter draußen vor der Tür stehen lässt, musste Ungewöhnliches passiert sein.

Und genauso war es denn auch: Staatsanwälte und Bundespolizei durchsuchten sein Büro, nachdem sie zuvor öffentlich die Ermittlungen gegen Sepp Blatterbestätigt hatten. Offenbar geschah dies gezielt an diesem Tag, an dem die Welt nach Zürich schaute. Unangenehmer kann es für den kleinen Sonnenkönig aber dennoch noch werden. Und nicht nur für ihn.

Welche Rolle spielt Platini?

Die Schlinge zieht sich offenbar zu, erstmals ist Blatter höchstpersönlich ins Visier der Ermittler geraten. Und dass in diesem Zusammenhangeine ?treuewidrige Zahlung?ausgerechnet an Uefa-Boss Michel Platini geprüft wird, lässt düster ahnen, dass der Franzose alles andere als ein geeigneter Kandidat für die Nachfolge von Blatter sein dürfte.

Bislang galt Platini, wiewohl seine Weste im Zusammenhang mit der Katar-Wahl mit einem hässlichen Grauschleier versehen ist, als großer Favorit, im Februar gewählt zu werden – mit ausdrücklicher Unterstützung seines Freundes Wolfgang Niersbach, des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes. Darüber sollte Niersbach noch einmal sehr intensiv nachdenken.

Platini wurde am Freitag zwar nur als Zeuge vernommen, es gilt, wie auch bei Blatter, die Unschuldsvermutung, aber es wäre dennoch ein Ausdruck von Moral und Anstand, sich und der Öffentlichkeit einzugestehen, dass auch er in diesem korrumpierten System eine bedeutende Rolle spielt. Eine Rolle, die es nicht möglich macht, Chef des Weltfußballverbandes zu werden. Was Blatter angeht, so kann nur der sofortige Rücktritt eine angemessene Reaktion auf die Vorgänge sein.

Wie dem auch sei, seit Freitag wissen wir, dass die WM in Katar am 21. November 2022 beginnen und am 18. Dezember schon wieder zu Ende sein soll. Das wäre dann mal eine WM im Zeitraffer, was angesichts der kurzen Distanzen kein großes Problem darstellen dürfte. Die Fifa selbst hielt übrigens Freitag Nachmittag andere Informationen für bedeutender. Etwa die, dass das beliebte Computerspiel Fifa 16 ab sofort in den Regalen zu finden ist. Das ist doch mal eine tolle Nachricht.

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