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Es wird etwas besser, aber das systematische Quälen geht weiter

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Die Kreaturen, die für unser Fleisch unter miesen Bedingungen aufgezogen werden, bekommen kleine Erleichterungen. Aber von „Wende“ zu reden, ist eher befremdlich.

Seit Jahren greift in der Bevölkerung ein Unbehagen an den Zuständen in Ställen und Schlachthäusern um sich. Bei vielen Bürgern wächst es noch, seit die Corona-Pandemie ein Schlaglicht auf den Umgang mit Tieren und Menschen geworfen hat.

Und was macht die Politik? Sie lässt den Moment zur Abkehr von einem System, das erst durch die massenhafte Qual von Kreaturen profitabel ist, verstreichen. Die jetzt beschlossene Verkürzung der Haltung von Sauen in zu engen Käfigen stellt eine Korrektur dar. Es ist jedoch eine Korrektur in einem falschen System.

Diesen Minimalfortschritt als Einstieg in einen Systemwandel zu preisen, wie es Landwirtschaftsministerin Klöckner und auch die Grünen tun, befremdet. Wer in der Politik ist, sollte schon etwas mehr Gestaltungswillen und auch mehr ethischen Anspruch aufbringen.

Bessere Haltungsbedingungen kosten mehr als die jetzige peinvolle Mast. Die Deutschen geben für ihre Hunde, Katzen und Vögel mehr als fünf Milliarden Euro im Jahr aus. Die Tiere auf ihren Tellern sollten ihnen auch etwas wert sein.

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