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#wirbleibenzuhause - Der Kommentar von Thomas Kaspar

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#wirbleibenzuhause

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Viele verreisen eigentlich in den Osterferien – Eigentlich. Denn dieses Jahr sollen alle Reisen ausfallen. Der Kommentar.

Osterferien. Das hieß in den vergangenen Jahren: endlich frei! Frühling. Der Geruch von Gras und Erde. Der Geschmack von Nougateiern. Die Umarmung von Verwandten zu Besuch. In diesem Jahr ist es radikal anders. Ansteckungszahlen, Todesraten, Ländervergleiche: Statt Durchatmen schwirrt uns der Kopf, statt Durchatmen wird uns das Herz schwer.

Wegen Corona haben wir mehr als zwei Wochen Kontaktsperre hinter uns und müssen die ganzen Ferien über weiter durchhalten. Viele sind ermüdet. Ergibt das wirklich so noch alles Sinn?

Coronakrise: Unbedingt durchhalten 

Die einzige Antwort heißt: unbedingt durchhalten! Zu Hause bleiben! Gerade jetzt ist es besonders wichtig, Kontakte zu vermeiden. So sehr die Experten bei anderen Fragen streiten, sind sie sich doch alle in einem Punkt einig: Weniger Vernetzung heißt langsamere Ausbreitung des Virus. Die Aufforderung, #WirBleibenZuHause ist ein Muss, wenn die Anstrengungen der vergangenen Wochen nicht umsonst gewesen sein sollen.

Es ist die Paradoxie der Pandemie: Obwohl wir uns so anstrengen, gehen die Zahlen weiter nach oben. Wie kann das sein? In der Statistik steht hinter jeder Zahl ein Mensch. In der kalten Welt der Durchschnittsrechnung dauert es etwa 18 Tage von der Ansteckung bis zum Tod – im schlimmsten Verlauf. Wenn wir also die Zahlen von heute sehen, blicken wir in die Vergangenheit: Die Zahlen reichen bis Mitte März zurück. Erst seit dem 16. März gehen die Kinder nicht mehr zur Schule, erst langsam danach pendelten sich die Kontaktverbote ein.

Kontaktsperre: Disziplin ist der Schlüssel 

Es geht gar nicht anders: Wir werden in den kommenden Tagen noch steigende Zahlen erleben. Aber eben nicht so stark, wie es bei einer unkontrollierten Verbreitung der Fall gewesen wäre. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland zeigen nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts messbar Wirkung. Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen in Deutschland im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an.

Das ist kein Grund zur Entwarnung. Es zeigt aber, was wir mit Disziplin erreichen können. Gras, Erde und Nougateier bleiben uns. Die Umarmung ersetzen wir durch ein Lächeln. Das funktioniert bei jedem Abstand.

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