Kretschmann

Riskante Entscheidung

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Der baden-württembergische Ministerpräsident will 2021 bei der Landtagswahl erneut antreten und muss dann seine Nachfolge klären.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann will 2021 bei der Landtagswahl erneut kandidieren. Das Risiko, das diese Entscheidung mit sich bringt, ist beträchtlich – nicht zuletzt für den 71-Jährigen. Er ist der erste grüne Ministerpräsident in Deutschland und hat es 2016 geschafft, die CDU zum Juniorpartner zu degradieren – wenn auch um den Preis, dass manche das Grüne an Kretschmann schwer erkennen können.

Der Mann aus Spaichingen ist ein Solitär der deutschen Politik. So schwarz kann kein Grüner mehr werden. Es gilt ebenso für die Art und Weise, Politik zu machen. Dieses Granteln und diese Wutausbrüche – herrlich! Die Kombination macht Kretschmann aus grüner Perspektive, was Menschen selten sind: unersetzlich. Es liegt nahe, dass er selbst das genauso sieht.

Trotzdem: Kretschmann ist im Wahljahr 73. Das Ministerpräsidentenamt ist ein harter Job. Und das Gefühl, unersetzlich zu sein, ist gleichermaßen verführerisch wie gefährlich. Sogar „Kretsch“ ist schließlich nicht davor gefeit, dass Bürger seiner irgendwann überdrüssig werden. Ohnehin stünde mit Cem Özdemir ein Grünen-Politiker bereit, der die Nachfolge antreten könnte, aber Zeit bräuchte, in die Rolle hinein zu wachsen.

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