Corona-Debatte

Weniger ist nicht mehr

  • Andreas Schwarzkopf
    vonAndreas Schwarzkopf
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In der Corona-Krise helfen Denkverbote nicht, es muss statt dessen viel mehr über die richtigen Schritte diskutiert werden. Ein Kommentar.

Spätestens das abgesagte Münchner Oktoberfest verdeutlicht, dass das Coronavirus unser Leben noch länger verändern wird, als viele denken und hoffen. Die Bundesregierung wird also nicht nur am heutigen Mittwoch weitere Anti-Corona-Gesetze diskutieren und beschließen, um die Pandemie einzudämmen.

In diesem Prozess sollte niemand Denkverbote aussprechen, so wie Kanzlerin Angela Merkel, als sie mit dem Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ die Diskussionen über die Lockerungen von Einschränkungen versuchte zu diskreditieren. Doch in den Debatten über Corona gilt die Redewendung nicht, wonach weniger mehr ist. Im Gegenteil. Es muss noch viel mehr diskutiert werden über die richtigen Maßnahmen.

Die nötigen Schritte werden kleinteiliger, vieles wird unübersichtlich. Bei anderen wie den Einschränkungen für Alte in Pflegeheimen stellt sich heraus, dass sie ergänzt werden müssen, damit Seniorinnen und Senioren angemessen leben können und nicht isoliert sterben müssen. Bei der Rückkehr von Kindern in die Schulen wird regelmäßig geschaut werden müssen, wo Vorschriften angepasst werden sollten. Was heute richtig erscheint, könnte morgen nicht mehr ganz stimmen. Wir lernen erst, die Krise zu bewältigen. Denkverbote helfen dabei nicht.

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