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Angela Merkel: Weit weg vom Kanzleramt

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Von: Peter Rutkowski

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Angela Merkel in Kiew.
Angela Merkel in Kiew. © Sergey Dolzhenko/dpa

Ist Angela Merkel eigentlich noch „Kanzlerin“? Oder eher schon eine freie Diplomatin? Ein Kommentar.

Man könnte meinen, Angela Merkels Abschiedstour komme nun echt zur Unzeit. Weil der Klimawandel sich sehr mächtig und ziemlich schrecklich ankündigt (manche könnten gar fantasieren, dass nur die Kanzlerin Armin Laschet zum Kanzler machen kann – und das würde ihn so was von ärgern).

Vor allem könnte die Reise Merkels an diesem Sonntag deplatziert wirken, da just ihr letztes Kabinett sich in den entscheidenden Ressorts so schäbig und schamlos selbst disqualifiziert, dass man die Kanzlerin genau jetzt, genau in Berlin für genau eines bräuchte: den Rücktritt der Regierung Merkel.

Ist Merkel eigentlich noch „Kanzlerin“?

Ist aber nicht. Merkel parliert in Kiew mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über Nord Stream 2, die Krim, Russland, das Kräfteverhältnis in Europa, sicher auch über Belarus… Das sind alles keine Lappalien. Wohlgemerkt: Die Katastrophe in Afghanistan und eine unwürdige deutsche Regierung sind auch keine Lappalien.

Aber ist Merkel eigentlich noch „Kanzlerin“? Oder eher schon eine freie Diplomatin? Eine, die zwischen Moskau und Washington, Kiew und Paris sich abmüht, die Radikalisierung der internationalen Politik mit ihrer bedächtigen Art – für die sie oft zu Recht gescholten wurde – aufzuhalten oder wenigstens abzubremsen? Gerade jetzt wäre das nicht das Schlechteste. (Peter Rutkowski)

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