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Weidmanns Aufgabe

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Von: Andreas Niesmann

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann geht vorzeitig.
Jens Weidmann. © imago images/Sven Simon

Der ehemalige Bundesbankpräsident Weidmann kann als Chefaufseher der Commerzbank dem Geldinstitut und dem Bund helfen. Der Kommentar.

Jens Weidmann kehrt nach seinem selbstgewählten Abgang als Präsident der Bundesbank als Chefaufseher der Commerzbank zurück. Auf den ersten Blick wirkt der Posten im Kontrollgremium wie ein Job unter seinem Niveau. Den Mann hätte man sich auch auf einem Chefsessel mit operativer Verantwortung vorstellen können, wie etwa Vorgänger Axel Weber, der von der Spitze der Bundesbank an die des Verwaltungsrats der Schweizer Großbank UBS gewechselt war.

Auf den zweiten Blick aber ist Weidmann die beinahe perfekte Besetzung. Derzeit leiden sowohl der Staat als auch die Commerzbank unter ihrer engen Verflechtung. Als Aufsichtsratschef kann Weidmann beiden dienen: dem Geldinstitut, in dem er den Einfluss des Bundes zurückdrängt, und dem Bund, in dem er die strategische Neuaufstellung des Geldinstituts vorantreibt.

In Deutschland sollte Platz für zwei nationale Bankenchampions sein. Wenn Weidmann dieser Beweis gelingt, kann sich der Bund womöglich eines Tages doch noch von seinem Aktienpaket verabschieden. Der Unvollendete hätte dann etwas Großes geschafft.

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