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Wegweisende Wochen

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Von: Karl Doemens

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US-Präsident Biden hat durch den chaotischen Afghanistan-Abzug, den Streit mit Frankreich und der inhumanen Abschiebepraxis an der Grenze bedenklich viele Sympathien eingebüßt

Auf die Flitterwochen folgt nüchterner Alltag. Was im normalen Leben gilt, lässt sich auch in der Politik beobachten. Der Ansehensverlust, den US-Präsident Joe Biden in den vergangenen acht Monaten erlitten hat, ist alarmierend. Als Elder Statesman mit Erfahrung und Empathie war der 78-Jährige ins Weiße Haus gewählt worden. Nun sind laut einer Gallup-Umfrage nur noch 43 Prozent der Amerikaner:innen mit seiner Arbeit zufrieden. So schlecht stand außer Donald Trump zu diesem Zeitpunkt kein Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg dar.

Viele ätzen, auch inhaltlich stecke viel Trump in Biden. Das ist abwegig und verharmlost den Protofaschismus des Ex-Präsidenten. Doch mit dem chaotischen Afghanistan-Abzug, der Brüskierung des Verbündeten Frankreichs beim U-Boot-Deal und der inhumanen Abschiebepraxis an der Grenze hat Biden Sympathien verspielt.

Alles kommt nun darauf an, dass er ein positives Projekt umsetzen kann. Sein milliardenschwere Infrastruktur- und Sozialpaket hätte das Zeug dazu. Doch die Republikaner blockieren, und bislang sind sich auch die Demokraten nicht einig. Vor Biden liegen Schicksalswochen. Scheitert er auch im Kongress, gerät seine Präsidentschaft in schweres Fahrwasser. Trumps Republikaner reiben sich schon die Hände.

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